25.02.2010 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Sparda-Bank stellt in Weiden gute Zahlen vor, betont aber vor allem ihre soziale Verantwortung Lieber Ostbayern als Österreich

Für die Bilanzpressekonferenz einer Bank war am Mittwoch in der Regionalbibliothek ungewöhnlich viel von sozialer Verantwortung und Menschlichkeit die Rede. Dabei hatte Georg Thurner, Vorstandsvorsitzender der Regensburger Sparda-Bank, gar keinen Grund, von dem Ergebnis seines Hauses abzulenken. Denn auch die zweite Bilanz seit dem Ausbrechen der Finanzkrise überzeugt.

von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Thurner war es bei dem Termin wichtig, seine Bank von "Spekulationsbanken" abzugrenzen. Es ärgere ihn, wenn alles in einem Topf lande, so wie bei einer Rede des Bundespräsidenten. "Ich bin Banker, aber kein Investmentbanker", stellte er klar.

Einfache Geschäfte

Um ihren eigenen Ansatz deutlich zu machen, hatte die Bank auch Weidener Kunden bzw. Mitglieder zu dem Termin eingeladen. Außerdem waren Vertreter verschiedener gemeinnütziger Projekte anwesend, die im abgelaufenen Geschäftsjahr von dem sozialen Engagement der Sparda-Bank profitiert hatten.

Ihnen erläuterte Thurner die Geschäftsstrategie seines Instituts. Und die lautet: Einfache Geschäfte in der Region. "Ich muss nicht in Singapur präsent sein, noch nicht einmal in Österreich. Mir gefällt Ostbayern am besten", erklärte er. Dort sei die Bank mit vollem Einsatz am Werk. "Bei uns gibt es keine Kreditklemme."

Vor allem die Oberpfälzer haben es Thurner angetan. "In Weiden funktionieren Mund-zu-Mund-Empfehlungen noch. Zufriedene Kunden bringen der Bank ständig neuen Zulauf." Dies liege aber auch an der hervorragenden Arbeit des Weidener Geschäftsstellenleiters Dieter Holub und dessen Mannschaft.
Außergewöhnlich sei auch, dass OB Kurt Seggewiß der Einladung gefolgt ist und an dem Termin teilnahm. Als weiteres Indiz für die besondere Mentalität der Oberpfälzer nannte Thurner das niedrige Kreditausfallrisiko seiner Bank. Dieses liege bei 0,06 Prozent. Anderswo wäre es zehnmal höher. Diese bodenständige Art passe zu seinem bodenständigen Geldinstitut.

Wie beim Psychologen

Allerdings sei klar, dass die Strategie der Sparda-Bank eines nicht zulasse: Renditeerwartungen von zehn oder zwanzig Prozent. "Das hat uns auch Kunden gekostet", gab Thurner zu. Der Großteil sei aber sehr zufrieden mit der zurückhaltenden Strategie, die verunsicherten Kunden gerade in den zurückliegenden Monaten häufig erklärt wurde. Dies bestätigte auch Horst Hosemann, der bei der Pressekonferenz dabei war: "Das war wie ein Besuch beim Psychologen", beschrieb er seine Beratungsgespräche. Um zu belegen, dass dies keine Einzelmeinung ist, verwies Thurner auf den Kundenmonitor-Deutschland. Dort war die Sparda-Bank auf Platz eins - zum 17. Mal nacheinander.
Für die Zukunft wolle die Bank so weiter machen wie bisher. "Nicht der Ertrag, die Menschen sollen im Vordergrund stehen." Dafür müsse aber auch die Ausbildung stimmen. Deshalb unterstütze die Bank auch die Weidener Hochschule. Thurner bat Professor Ralf Krämer, der ebenfalls in der Regionalbibliothek dabei war, seinen Studenten nicht nur das Rechnen beizubringen, sondern auch den Menschen zu bilden.

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