19.03.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

SPD: EU-Erweiterung bietet Chancen für Weiden - Eck und Hanauer bei Klausur zu Gast Zur Drehscheibe für Osteuropa

"Man sollte sich öfter für so etwas Zeit nehmen, und dann am besten gleich drei Tage." SPD-Fraktionschef Josef Melch war recht angetan von der Klausurtagung mit seinen Genossen wie er bei einem Pressegespräch im "Alten Eichamt" berichtet .

von Volker Klitzing Kontakt Profil

Nur eben die Zeit reichte nicht, um alle Themen (Wirtschaft, Soziales, Kommunalprogramm) ausführlich besprechen zu können. Auch die Neuwahlen der Fraktionsspitze blieben auf der Strecke. Melch und seine Stellvertreter Waltraud Koller-Girke und Jens Meyer werden sich erst nach Ostern ihrer Wiederwahl stellen.

Roland Richter begeisterte die Teilnehmer mit einer hoch interessanten Presseauswertung. Dazu bediente er sich einer NT-Jahrgangs-CD von 2003, auf der alle Ausgaben per Mausklick zur Verfügung standen. Melch: "Spannend ist vor allem, dass die Presse oft ganz andere Schwerpunkte setzt als wir selbst."

Am Samstagvormittag waren IHG-Geschäftsführer Wolfgang Eck und der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbanken, Johann Hanauer, zu den Themen Wirtschaft und Arbeitsplätze zu Gast. "Beide waren sehr gut", lobte Melch die Gesprächspartner. Einig war man sich in der Einschätzung, die bevorstehende EU-Osterweiterung optimistischer zu sehen als "manche Schwarzmaler sie an die Wand malen", sagte der Fraktionschef. Weiden müsse zu einer Drehscheibe werden, zum Beispiel zu einem Sprungbrett für Firmen, die von einem deutschen Standort aus den tschechischen und sonstigen osteuropäischen Markt "beackern" wollen. Die SPD fordert deshalb die weitere Ausweisung von Industriegebieten und dabei auch die enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Melch: "Es geht um die Region."

Stark machen will sich die SPD für eine Art Dienstleistungszentrum, bei dem sich in Verbindung mit dem IHG, der Stadt und den Banken Vertreter der Wirtschaft auch mit Existenzgründern auf "halb persönlicher Ebene" zum Gespräch treffen. Tipps und Kontakte lautet die Devise.

Breiten Raum nahm der Ausbau der Verkehrsstraßen ein, insbesondere der A 6 und der B 85. Ganz persönlich könnte sich Eck auch vorstellen, dass der Ausbau des Flugplatzes Latsch wieder auf die Tagesordnung kommen sollte. "Mit der Firma Unger als künftiges Aktienunternehmen stoßen wir in andere Dimensionen vor", sagte Eck auf Nachfrage gegenüber dem NT.

Bei einem Meinungsaustausch mit MdB Ludwig Stiegler zur "Agenda 2010" legte die Fraktion ihrem Bundespolitiker ans Herz, sich dafür stark zu machen, dass die Förderzusagen für die "Soziale Stadt" auch eingehalten werden. Sonst ist die "Neue Mitte" im Stadtteil Stockerhut gefährdet. Konkret schaues es eher schlecht aus, sagte Fraktions-Vize Waltraud Koller-Girke. Stiegler aber will am Ball bleiben. Eine zeitliche Verzögerung um ein Jahr sei verkraftbar.

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