SPD-Fraktionschef: Noch Diskussionsbedarf zur durchgehenden Fußgängerzone
Wohin mit dem Verkehr?

Mit offenen Armen: Über den grünen Klee lobt SPD-Fraktionsvorsitzender Roland Richter Stadtgalerie-Investor Fondara, der sich bei der Größe des Einkaufszentrums sensibel nach den Bedürfnissen Weidens richte. Noch etwas skeptisch sind er und die SPD-Senioren, was die Verkehrsberuhigung angeht. Bild: Dobmeier

Ein neuer großer Stadtplatz vor dem Eingang der Stadtgalerie auf der Sedanstraße - für Roland Richter eine "verlockende Vorstellung". Der SPD-Fraktionschef ist allerdings auch skeptisch: Es bedürfe noch der Diskussion, ob die Bahnhof- und die Schillerstraße tatsächlich den aus der Innenstadt verbannten Verkehr aufnehmen können, wie es das Verkehrsgutachten von Dr. Baier besagt.

Uneingeschränkt begrüßte Richter natürlich die Stadtgalerie als solche, als die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus das Thema in den Mittelpunkt ihres "politischen Frühschoppens" rückte. Der Genosse freute sich, dass Investor Fondara sensibel auf die Weidener Gegebenheiten eingehe und positive Signale setze. Endlich sei der Durchbruch zum Bau geglückt.

Tendenz Fußgängerzone

Was aber passiert mit dem Verkehr in der Innenstadt? Die Tendenz gehe zu einer durchgängigen Fußgängerzone, berichtete der Redner. Möglicherweise wandeln sich Dr.-Pfleger- und Sedanstraße im fraglichen Bereich zur Umweltstraße. Dann wäre Bussen das Passieren erlaubt, was wichtig für den ÖPNV wäre. Eine Variante sähe Tempo 20 vom Parkhaus (Wolfram-/Sedanstraße) bis zum ZOB vor. Ein Zuhörer wandte ein, das Einkaufscenter müsse von allen Seiten anzufahren sein. Ein anderer "möchte den Berufsverkehr erleben", wenn die Sedanstraße gesperrt sei. Auch Realschulen und Elly-Heuss-Gymnasium befänden sich in den Naabwiesen. Der Verkehr werde seine Wege über die Tangenten suchen, lautete ein Gegenargument. 60plus-Vorsitzender Alois Wolfram nannte es eine einmalige Chance, Pflöcke in der Stadtentwicklung zu setzten. Das müsse jedoch wohldurchdacht sein.

Richter schilderte das geplante Einkaufscenter als "Multifunktionszentrum" - mit Flächen für Lebensmittelhandel, Praxen und Kanzleien, Kleidungs- und Schmuckgeschäften sowie einem Lichtspielhaus. Der Anteil der Gastronomie sei gering, trage damit der gut bestückten Innenstadt Rechnung. Geplant sei ein nicht überdimensioniertes Parkhaus mit Tiefgarage und Oberdeck an der Wolframstraße mit 400 Stellplätzen. Dazu fällt das alte VHS-Gebäude. Dank dem Weitblick der SPD könne die VHS die Räumlichkeiten der freiwerdenden FOS/BOS nutzen, betonte Richter. Die Stadtratsmehrheit mit dem FOS-Neubau die richtigen Stellschrauben gedreht.

Lösung für Tiefgarage

Für die Allee-Tiefgarage kündigte der Fraktionsvorsitzende eine Lösung an, zu welcher der Ferienausschuss die Weichen stelle. Damit wären die Parkdecks zum Weihnachtsgeschäft 2015 wieder voll nutzbar. Zum geplanten Gewerbegebiet Weiden-West IV gebe es konkrete Anfragen von Weidener Firmen und solchen aus der Region, erklärte Richter. "Wenn die Stadt dies nicht machen würde, würde sie sich an der Stadtentwicklung verdündigen", meinte er. Zwei Hürden seien schon genommen mit dem Erwerb des Tauschwaldes im Steigerwald und der Prüfung des Artenschutzes. Richter warb für die Beteiligung am Ratsbegehren für das Gewerbegebiet am 9. November. Ein 60plus-Mitglied wird da wohl ganz sicher mit Ja stimmen. Sein Argument: "Wir brauchen ein Gewerbegebiet für Arbeitsplätze zur Stadtentwicklung und keine Fläche zum Hundeausführen."
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