17.08.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

SpVgg SV Weiden freut sich über einen wundervollen Freitagabend - Stefan Graf ganz bescheiden Derby-Sieg ein tolle Geschichte

Nach dem Schlusspfiff am Freitagabend rissen die Spieler der SpVgg SV Weiden die Hände in die Höhe und klatschten sich ab. Abgekämpft, aber auch glücklich lagen sie sich in den Armen. Der 2:0-Derbyerfolg beim FC Amberg war etwas ganz Besonderes. Das empfand auch Trainer Christian Stadler so: "Das ist eine tolle Geschichte. Wir sind alle sehr froh über diesen Sieg."

Das war das 1:0 für die SpVgg SV Weiden: Stefan Graf (im Fallen) traf nach einem Lattenabpraller per Kopf. Es war bereits der vierte Saisontreffer für den 19-Jährigen. Bild: Ziegler
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Und auch ein bisschen stolz. Endlich haben die Schwarz-Blauen die 0:3-Vorjahresschmach an gleicher Stelle getilgt, endlich den ersten Bayernliga-Sieg gegen die Gelb-Schwarzen eingefahren. Als Tabellenzweiter mit 18 Punkten, nur einen Zähler hinter Spitzenreiter SpVgg Jahn Forchheim, haben sich die Nordoberpfälzer eine glänzende Ausgangsposition für die kommenden Wochen erarbeitet.

Tor im 100. Spiel

"Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen", sagte Christoph Hegenbart. "Das war einfach fällig." Der Stürmer war einer der Protagonisten dieses wundervollen Abends. Mit seinem Treffer zum 2:0 (60.) zerstörte der 28-Jährige nach einer Stunde alle FC-Hoffnungen, doch noch die Wende zu schaffen. Es war bereits sein sechstes Saisontor. Und dies ausgerechnet in seinem 100. Spiel für die SpVgg SV. "Das mit dem Jubiläum habe ich gar nicht gewusst. Unser sportlicher Leiter Thomas Binner hat es mir nach dem Abpfiff gesagt", meinte Hegenbart und lachte: "Dann ist der Derbysieg noch viel toller."

Schnell an Niveau gewöhnt

Toll ist auch der Lauf, den Stefan Graf derzeit hat. Der noch 19-Jährige hatte in den vergangenen beiden Spielen bereits drei Mal ins Schwarze getroffen. In Amberg legte er nach und leitete mit seinem vierten Saisontor den Weidener Dreier ein. "Aktuell passt einfach alles", freute sich der vom SV Etzenricht zurückgekehrte Angreifer. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so schnell an das Bayernliga-Niveau gewöhne."

Zurückhaltung gepaart mit viel Fleiß - das ist es, was Christian Stadler an Graf schätzt. "Stefan arbeitet sehr hart an sich. Um so mehr freut es mich für ihn, dass es so gut läuft", sagt der Trainer. Stadler ist überzeugt, dass der junge Stürmer seine aktuelle Erfolgsserie richtig einzuordnen weiß: "Der hebt nicht ab." Und tatsächlich beurteilt Graf seine Leistung realistisch: "Das Ganze ist ja nur eine Momentaufnahme. Ich bin halt ein paar Mal am richtigen Fleck gestanden, um die Tore zu machen."

Überhaupt, so der einhellige Tenor im Weidener Lager, ist Übermut fehl am Platz. Vielmehr überwiegt das gesunde Selbstbewusstsein, das Wissen, dass man derzeit fast jeden Gegner in der Bayernliga Nord mit spielerischen Mitteln in die Knie zwingen kann. "Wir haben eine kompakte Einheit. Zudem sind wir im Vergleich zum Vorjahr noch ein Stück weit gefestigter", nennt Stadler Gründe für den sportlichen Aufschwung.

Dass die SpVgg SV über ein eingespieltes Team mit vielen taktischen Optionen verfügt, musste der ambitionierte FC Amberg am Freitag am eigenen Leib erfahren. Die Vilsstädter schafften es nicht, die Partie an sich zu reißen. Vielmehr dominierte die Elf vom Wasserwerk über weite Strecken und lief nie Gefahr, das Spiel aus der Hand zu geben. "Wir sind hierhergefahren, um zu gewinnen. Das hat auch deshalb geklappt, weil wir als Team total gut funktionieren ", sagt Torwart Dominik Forster. Der Weidener Keeper nahm ein persönliches Erfolgserlebnis aus dem Derby mit. Zum fünften Mal im achten Saisonspiel stand ein "zu Null", mit nur fünf Gegentoren weist Forster die zweitbeste Bilanz der Liga auf. Lediglich der Forchheimer Keeper Rüdiger Beck (3) hat bislang weniger oft hinter sich greifen müssen.

Drei Tage trainingsfrei

Bis sich Forchheim und Weiden am 27. September im direkten Duell gegenüberstehen, fließt aber noch viel Wasser die Naab hinunter. Die Konzentration gilt deshalb nicht einem möglichen Spitzenduell in weiter Ferne, sondern den nächsten Aufgaben. TSV Aubstadt, beim Würzburger FV und SV Erlenbach heißen die kommenden, allesamt im Mittelfeld platzierten Gegner. "Die werden uns alles abverlangen", warnt Forster. Die Kräfte bündeln, lautet das Motto. Auch deshalb verteilte Stadler ein Zuckerl. Das nächste Training steht erst wieder am Dienstag auf dem Programm - ein kleines Dankeschön für eine starke Derby-Leistung.

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