03.08.2012 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Studie sieht Potenzial für millionenschweres Konjunkturprogramm in Ostbayern Energiewende als Lokomotive

300 bis 500 Millionen Euro jährliche Wertschöpfung können im Nordosten Bayerns bei konsequenter Umsetzung der Energiewende jährlich erwirtschaftet werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Konzeptstudie "Aufschwung durch Energiewende" der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Energiewende Ostbayern. An der Arge ist unter anderem die HAW Amberg-Weiden beteiligt.

von Siegfried BühnerProfil

Präsentiert wurde das Projekt durch seine Initiatorin, der Landtagsabgeordneten Annette Karl (SPD) sowie den Sponsoren Volksbank Nordoberpfalz und Sparkasse Oberpfalz Nord. "Insbesondere für unsere strukturschwachen Regionen kann die Energiewende zu einem dauerhaften Konjunkturprogramm werden", resümiert die mit der Erarbeitung der Studie beauftragte Energieagentur Nordbayern mit Geschäftsführer Wolfgang Böhm und Pressesprecher Markus Ruckdeschel. Durch Nutzung des endogenen Potenzials nur aus der Region können aus eigener Kraft zum Beispiel 2,3 Millionen Megawattstunden Strom erzeugt werden, 38 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Derzeit wird hier lediglich ein Drittel dieser Menge aus regenerativen Energiequellen gewonnen.

An einem Strang

Auf 179 Seiten zeigt die Studie der Arge sehr detailliert auch auf Landkreisebene die Chance der Energiewende auf. Dabei werden für unseren Raum Bestandszahlen, Einspar- und Angebotspotentiale an erneuerbarer Energie und insbesondere das hieraus entstehende Wertschöpfungspotenzial dargestellt. Als bestes Beispiel wird "NEW-Neue Energien West e.G." als interkommunale Genossenschaft gelobt.
"Kein Strukturförderungsprogramm erreicht jemals die Größenordnung an wirtschaftlichen Impulsen eines regionalen Energiewendekonzepts", erläutern die Fachleute der Arge. Empfohlen wird deshalb eine gemeinsame politische Willenserklärung aller Beteiligten einschließlich ihrer Vernetzung sowie ein regionales Leitbild für die Energiewende. Den Menschen müsse auch stärker die daraus entstehenden persönlichen Vorteile aufgezeigt werden. Annette Karl wies auf das enge Zeitfenster zur Umsetzung der Energiewende hin und forderte ein Bekenntnis aller Beteiligten einschließlich der Bürgereinbindung. Sie kündigte eine entsprechende parteienübergreifende Initiative an und will dabei auch Landräte und Oberbürgermeister einbinden.

"Historische Chance"

Auf Landesebene sieht sie "massiven Nachbesserungsbedarf, vor allem bei den verstreuten Zuständigkeiten in den Ministerien". Karl bedankte sich auch bei den Sponsoren, die nach Ablehnung der Förderung des Projekts aus Mitteln des Freistaats als Finanzierer eingesprungen sind. Volksbank-Vorstandssprecher Gerhard Ludwig forderte sehr eindringlich die stärkere Priorisierung dieses Themas in der regionalpolitischen Diskussion. Er sieht entscheidende Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit und den Wohlstand in der nördlichen Oberpfalz. Er drückte auch seine Enttäuschung über das Fehlen mancher politischer Prominenz bei diesem Termin aus. "Ich sehe hier eine historische Chance für die Region", betonte Ludwig.

Auch die Sparkasse Oberpfalz Nord will durch die Förderung der Studie laut Hans-Jörg Schön, ihrem stellvertretenden Vorstandsmitglied, ihrer regionalen Verantwortung gerecht werden. Für ihn hat das Thema "Investition in alternative Energien" längst Eingang in seine Unternehmensberatung gefunden.

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