25.08.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Teilweise gegenüber Gesunden bei Rentenreform benachteiligt - Peter Hofmann bei der CSA Behinderte: Prozente loswerden

Der behinderte Mensch ist irgendwie der Gelackmeierte bei Andrea Nahles' Rentenreform. Er muss nämlich künftig länger arbeiten, als der "Gesunde", sollte er zwischen 1953 und 1957 geboren sein. Während der "Gesunde" nach 45 Versicherungsjahren mit 63 Jahren und zwei Monaten in den wohlverdienten Ruhestand gehe darf, muss ein Schwerbehinderter fünf Monate anhängen.

Beim Biergartengespräch der CSA im Stadtbad gab DGB-Regionssekretär Peter Hofmann Erläuterungen zur Rentenreform. Dabei wies er darauf hin, dass Behinderte der Jahrgänge 1953 bis 1957 gegenüber "Gesunden" benachteiligt seien. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Erst ab Geburtsjahrgang 1958 glichen sich Behinderter und nicht Behinderter wieder an, machte DGB-Regionssekretär Peter Hofmann beim Biergartengespräch mit der CSA im Stadtbad die Rechnung auf. "Manch einer will seine Behinderungsprozente wieder loshaben", berichtete er. Grund: "Weil es keine Änderung der Altersrente für schwerbehinderte Menschen gebe.

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales begründe die Neuregelung damit, dass die Bundesregierung den vermeintlich Gesunden den Schritt in den Ruhestand erleichtern wolle. Anspruch auf die Altersrente mit 63 hätten Arbeitnehmer, die mindestens 45 Jahre Pflichtbeiträge aus Beschäftigung und selbstständiger Tätigkeit, aus nichtversicherungspflichtigen Minijobs, Kindererziehung, Pflege, Wehr- und Zivildienst sowie Kranken- und Verletztengeld geleistet hätten.

Bis Jahrgang 1952

Auf der anderen Seite würden Zeiten von Hartz IV, Arbeitslosenhilfebezug, Anwartschaften auf Versorgungsausgleich und Rentensplitting, Schul-, Fachschul- und Hochschulausbildung und freiwillige Beiträge nicht berücksichtigt. Bis zum Jahrgang 1952 könne jeder, der die Voraussetzung erfüllt habe, mit 63 abschlagsfrei in Rente gehen. Ab Jahrgang 1953 komme jährlich eine Stufenanhebung von zwei Monaten hinzu.

Pro Kind 28,61 Euro

Die zweite große Änderung im Rentenpaket sei die Mütterrente für Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren worden seien. Pro Kind gebe es brutto 28,61 Euro. Im Osten nur 26,39 Euro. Voraussetzung sei, dass in der Rente eine Kindererziehungszeit für den 12. Kalendermonat nach der Geburt angerechnet worden sei.

Wer vor Juli 2014 in Rente gegangen sei, brauche für die Erhöhung der Kindergeldleistung keinen Antrag zu stellen. Der gelte als Bestandsrentner. Da es sehr häufig vorkomme, dass Ausbildungs- und Kindererziehungszeiten oder allgemeine Fehlzeiten im Versicherungsverlauf nicht aufgeführt seien, sollte eine Kontenklärung durchgeführt werden. Der Antrag zur Regelaltersrente genüge, wenn dieser drei Monate vor dem Eintritt in die Rente beim Versicherungsträger gestellt werde. So setze sich der DGB auch nach der Reform der Rente für die Aussetzung des Rentenbeginns bei der Regelaltersgrenze mit 67 Jahren ein, so Hofmann.

Und die Beamten?

Für das Referat dankte CSA-Kreisvorsitzende Dagmar Nachtigall. CSU-Stadtrat Hans Forster bedauerte, dass die Regelung einer abschlagsfreien Rente mit 63 nicht auch auf Beamte übertragen werde. Bayerische Landesbeamte hätten allerdings jetzt schon die Möglichkeit, nach 45 Dienstjahren mit 64 in Pension zu gehen.

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