30.08.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Tolle Stimmung beim Zeltlager der Evangelischen Jugend in Plößberg - Keine Smartphones und ... Zwischen Himmel und Regen

Nachts Temperaturen von 5 Grad und starke Regenfälle - keine guten Bedingungen zum Zelten. Beim Sommerzeltlager der Evangelischen Jugend Weiden merkt man davon aber nichts. Kein Wunder, immerhin sind die Jugendlichen ja auch im "Zeltall" - und schweben damit in anderen Sphären.

von Autor GMEProfil

Vielleicht ist das diesjährige Thema "Von Sternen, Planeten und dem endlosen Raum" bewusst gewählt: Denn mit ihrer Anmeldung zum Zeltlager haben sich die Jugendlichen im Alter zwischen 12 bis 15 Jahren dazu entschlossen, sich elf Tage in komplett neue Strukturen einzufinden. 140 Jugendliche, betreut von rund 40 Teamern, werden zu einer zweiten Familie, in der es mehr auf den zwischenmenschlichen Austausch und Zusammenhalt ankommt als auf die ständige Erreichbarkeit durch moderne Kommunikationsmittel. Deswegen sind Smartphones, Computer und mp3-Player auch nicht erlaubt.

Gute Organisation

"Aber die Dinge brauche ich auch nicht", meint Jonas. Denn die Jugendlichen haben ein abwechslungsreiches Programm und werden von den ehrenamtlichen Betreuern bestens umsorgt. Erstaunlich, wie durchorganisiert das gesamte Lager ist. Dabei sorgt vor allem die Aufteilung in kleinere Gruppen, die "Familys" ("Fams") dafür, dass sich keiner verloren vorkommt. Jeweils zwei Zelte werden von zwei "Teamern" als "Eltern" betreut. Dabei wird auf eine möglichst homogene Zusammensetzung aus Geschlecht und Alter der Familienmitglieder geachtet. "Das erfordert im Vorfeld einiges an Organisation", erklärt Dekanatsjugendreferent Thomas Vitzthum. Jedes der Kinder darf einen Wunschpartner angeben, mit dem es im gleichen Zelt wohnen möchte.

Ein Konzept, das sich bewährt hat. Immerhin wird viel Zeit in den "Familys" verbracht. Aber es gibt auch immer wieder Spiele und Aktionen, in denen diese Struktur aufgelöst wird. So wird der Austausch untereinander gefördert. Ein Dauerrenner dabei: Das Gruppenspiel "Nur die Hoarten komm'n in Goarten".

"Glückliche Kinder" sind die Hauptaufgabe des Teams um die Lagerleiter Thomas Vitzthum und Frank Jaudzims. Dabei haben Tagesordnungspunkte wie Morgen- und Abendandacht sowie gemeinsame Mahlzeiten einen christlichen Ursprung. "Auch Jesus legte viel Wert auf das Zusammensein mit den Menschen", meint Vitzthum. Ganz nebenbei würden so bei den Jugendlichen "soft Skills" gefördert und gleichzeitig problematische Themen wie der Umgang mit Konflikten eingeübt.

Fundierte Ausbildung

Aus diesem Grund sei es von Vorteil, dass alle "Teamer" in einem 6-tägigen Grundkurs des Dekanats eine fundierte Ausbildung erhalten haben - ganz zu schweigen vom Erfahrungsschatz, den sie durch ihre eigene, oft mehrfache Teilnahme am Zeltlager gewonnen haben. Fast schon ein Virus, mit dem die Kinder sich beim "ersten Mal Zeltlager" anstecken. "Entweder man findet es ganz toll und kommt jedes Jahr wieder oder man hört nach dem ersten Mal auf", so eine der "Teamer".

Die meisten kommen immer wieder - und setzen sich dabei in Andachten oder dem thematischen Tag mit komplexen Fragestellungen auseinander. Wie etwa in diesem Jahr passend die Frage "Was ist 'Himmel'?"

Auch wenn die Antwort darauf vermutlich nicht so leicht zu finden war - die Jugendlichen werden einiges an neuen Eindrücken, Erfahrungen und Impulsen mit nach Hause nehmen, wenn das Raumschiff am 2. September wieder landet und es heißt: Zurück zum Alltag, bis zur Wiederholung im nächsten Jahr.

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