06.09.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Trainingsstrecke auf der Rennerhöhe rückt in greifbare Nähe - Klage ist aus dem Weg geräumt Für Mountainbiker geht's bergauf

Endlich. Nach jahrelangem Hin und Her ist eine Lösung für die Mountainbike-Fans aus Weiden und Umgebung in Sicht. Wenn alles läuft wie geplant, können sie schon im Frühjahr auf einer eigenen Strecke auf der Rennerhöhe downhill düsen.

Nur fünf Meter hinter dem Zaun des Reittherapiezentrums (weiße Linie) hätte die Mountainbikestrecke ursprünglich nach unten führen sollen. "Zu nahe an unserer Therapiestrecke", sagt Katja Süß, die sich im Gespräch mit VC Corona-Vorsitzendem Ernst Ehl gerne auf eine andere Lösung geeinigt hat. Bild: Porsche
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Nach dem Alpenverein - er ist mit dem Vorstoß für ein Trainingsgelände bei der Gemeinde Bechtsrieth gescheitert (wir berichteten) - hat nun der VC Corona das Heft in die Hand genommen, um den radsportbegeisterten Jugendlichen zu einem Übungsgelände zu verhelfen. Die Stadt hat für diesen Zweck ein Waldstück auf der Rennerhöhe vorgeschlagen. Doch eine Zeitlang sah es auch für diese Lösung düster aus.

Zu nahe an Therapiestrecke

Der Grund: Katja Süß, Inhaberin eines dort befindlichen Reitstalls, sah ihre Reittherapiestunden gefährdet. "Die Trainingsstrecke wäre nach den ursprünglichen Plänen nur fünf Meter von unserem Zaun entfernt gewesen und damit viel zu nah an unserer Therapiestrecke."

Also reichte sie Klage gegen die Stadt ein. "Ungern. Aber uns blieb leider kein anderer Weg, ein Widerspruch war nicht möglich." Doch das ist mittlerweile Schnee von gestern. Nach einem Gespräch mit Corona-Vorsitzendem Ernst Ehl hat Katja Süß die Klage zurückgezogen. Ehl steht dafür im Wort, dass die Jugendlichen bei ihrem Sport keinen großen Radau machen. "Frau Süß soll ihre Arbeit auf jeden Fall weiterhin ohne Einschränkung machen können." Und: Die Strecke soll weiter entfernt von dem Reittherapiezentrum eingerichtet werden. Wo genau, das wollen Ernst Ehl, Sportwart Herbert Deutschländer und die Mountainbiker am Samstag, 16. September, bei einer gemeinsamen Ortsbegehung mit Katja Süß entscheiden.

Eine Bauvoranfrage wurde bereits positiv beschieden. Wenn die Lage der Trainingsstrecke exakt feststeht, will Ernst Ehl Nägel mit Köpfen machen. "Dann werden wir den offiziellen Plan bei der Stadt einreichen." Das heißt aber auch: "Heuer wird es mit dem Projekt sicher nichts mehr." Für nächstes Frühjahr stehen die Chancen jedoch gut.

Was die Lautstärke der jungen Sportler betrifft, hat der Vorsitzende des Velo-Clubs keine Bedenken. "Die wollen einfach nur möglichst schnell den Berg runter und müssen dann wieder hoch. Da bleibt nicht viel Luft zum Reden." Außerdem ist er überzeugt: Wer sich derart für einen Sport begeistert, kann kein Tunichtgut sein. "Jeder Jugendliche, der einen Sport ernsthaft betreibt, ist in seinem Verein gut aufgehoben und hat keine Zeit für irgendwelchen Unsinn."

Disziplin und Sicherheit

Etwa 20 Radsportfans sind Ernst Ehl derzeit als aktive Mountainbiker bekannt. Sie sollen auf der Trainingsstrecke künftig Downhill (schnell bergab), Freeride (über Schanzen und Hürden) oder auch Geschicklichkeitsfahren betreiben können. Voraussetzung ist allerdings - schon wegen der Haftpflichtfrage - eine Mitgliedschaft im VC Corona. "Es wird keine wilde Reiter GmbH geben", versichert der Vorsitzende, wobei er das Wort Reiter in diesem Fall auf die Radler bezieht. "Disziplin und Sicherheit sind oberstes Gebot."

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