Türkisches Unternehmerehepaar plant Einkaufspassage und Studentenwohnheim in Bahnhofstraße
Familie Kabakulak kauft Hauptpost

Lokales
Weiden in der Oberpfalz
19.04.2013
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Aliye und Yusuf Kabakulak haben für jede Lebenssituation eine Weisheit parat: "Bei Erfolg ist die Hälfte Mut. Die andere Hälfte ist Organisation und Geld." All das braucht Familie Kabakulak: Sie hat das Hauptpostgebäude in der Bahnhofstraße gekauft. Ihr Plan: eine Einkaufspassage im Erdgeschoss mit 10 Läden, ein Studentenwohnheim in den oberen Etagen mit 100 bis 120 Zimmern.

Juwelier Yusuf Kabakulak kennt noch ein passendes türkisches Sprichwort: "Ein Schmuckhändler muss rechnen können." Das kann er. Einen Beweis hat er in Pressath angetreten, wo er das ehemalige Norma-Gebäude in der Grafenwöhrer Straße in ein kleines Einkaufscenter mit zwei großen Wohnungen und vier Läden verwandelt hat: Schönheitssalon, Versicherungsbüro, Boutique und die "schönste Eisdiele Pressaths mit Blick auf die Haidenaab". Projekt gelungen. "Vorher haben die Leute gesagt: Was willst du mit dieser Ruine?"

Das fragen sie ihn auch heute, nach dem Kauf der ehemaligen "Reichspost" aus dem Jahr 1926. Kabakulak möchte das Haus mit den markanten Türmen erhalten. Er plant im Erdgeschoss Durchbrüche nach jedem dritten Fenster, damit eine Einkaufspassage entsteht: Auf 1400 Quadratmetern im Erdgeschoss (netto 1000 Quadratmeter) könnten acht bis zehn Geschäfte untergebracht werden, die auch zum Innenhof geöffnet sind. Die alte Post ist ein U-förmiges Gebäude: Im Innenhof kann sich Yusuf Kabakulak Café oder Eisdiele gut vorstellen. Mit Apartments in den oberen Etagen will die Familie den Studenten der Hochschulstadt Weiden etwas Gutes tun. Die Pläne sollen noch mit der Stadt Weiden abgestimmt werden. Das Areal umfasst 2868 Quadratmeter Grund und zirka 4900 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche im Gebäude.
Yusuf Kabakulak (seit 35 Jahren in der Oberpfalz) weist darauf hin, dass die Familie mit dem Kauf der Post den Weidenern ein Stück Weiden zurückgibt: "Wir sind Migranten, die noch nie auf die Unterstützung des Staats angewiesen waren. Wir bringen uns ein und sagen auch in schwierigen Zeiten nicht ,Bye-bye, Deutschland'." Das Gebäude war 2008 von der Deutschen Post an amerikanische Investoren veräußert worden. Die Befürchtungen, die "Heuschrecken" aus Texas könnten das Bauwerk verkommen lassen, haben sich bewahrheitet. Die Kabakulaks wollen das jetzt ändern und die Restaurierung angehen, sobald die Finanzierung steht.

Objekte im Landkreis

Familie Kabakulak verweist in diesem Zusammenhang auf etliche Objekte im Landkreis, die sie gekauft hat. Darunter ist ein Seltmann-Wohnblock in Erbendorf mit 22 Wohnungen sowie die ehemalige Schule in Hütten (Renovierung und Umbau in zwei Wohnungen abgeschlossen).In Weiden besitzt die Familie zudem ein Schmuck-Geschäft in der Bahnhofstraße 1 sowie das Betriebsgelände der ehemaligen Firma Schnödt in der Bahnhofstraße 40 bis 44. (Bericht in der Samstagsausgabe)
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