Überregionale Zusammenarbeit im Verbund "Weidener Becken" angestrebt - Strukturen schaffen
Fracking-Gegner schmieden Bündnis

Sie gehörten bei der Versammlung der Fracking-Gegner zu den Hauptsprechern des Abends (von links): Hilde-Lindner-Hausner von der Bürgerinitiative gegen atomare Anlagen, Marius Brey von der Piratenpartei und Dagmar Keis-Lechner vom Bündnis 90/Die Grünen aus Kulmbach.

Aus einem breiten Spektrum von Organisationen kamen die Fracking-Gegner ins Hotel Post in Weiden. Sie wollen ein überregionales Bündnis schmieden. Mitglieder der Grünen, der Piraten, der Linkspartei, der SPD und der ÖDP verbrüdern sich mit Jusos, Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und der Bürgerinitiative gegen atomare Anlagen. Dabei sind auch viele Privatpersonen.

Fast alle Anwesenden hatten ein gemeinsames Ziel: Gründung des Bündnisses mit dem Namen "Weidener Becken gegen Fracking". Und weil das Weidener Becken laut Marius Brey vom Bezirksverband Oberpfalz der Piratenpartei "über Amberg bis nach Kulmbach reicht" war auch Dagmar Keis-Lechner als Vertreterin für Bündnis 90/Die Grünen aus Kulmbach gekommen. Brey war Versammlungsführer an diesem Abend. Und es war schon die zweite Zusammenkunft der Fracking-Gegner.

Piraten setzen Segel

Viel Aufmerksamkeit war dem Treffen vorangegangen. Im Bayerischen Fernsehen war es angekündigt worden und der Bayerische Rundfunk hatte eine Reporterin geschickt.

Doch wer schon am Anfang des Abend Aktionen erwartet hatte, wurde zunächst enttäuscht. Schließlich galt es, erst eine Organisationsstruktur aufzubauen. Und wie das so ist, wenn unterschiedlichste Organisationen mitreden, muss erst einmal viel diskutiert werden. Mindestens fünf Mal stimmten sie über einen überzeugenden Begriff für ein Logo ab. Schließlich einigten sie sich auf "abgefrackt" als Oberbegriff und "Bündnis Weidener Becken gegen Fracking" als Untertitel.

Verschiedene Meinung gab es auch über der Frage, welche Organisationsstruktur das Bündnis haben sollte. Es überwog die Überzeugung, dass die anwesenden Vertreter sich jeweils schon aus "Organisationen rekrutieren, die Maßnahmen umsetzen können" so dass Untergliederungen des Bündnisses nicht erforderlich seien. Rasch einigte man sich anschließend über weitere Sachverhalte. Verhandlungsführer Brey, der sich "politischer Geschäftsführer der Piratenpartei" nennt, sorgt zusammen mit den Jusos für Internet- und Facebook-Auftritt und für Mail-Verteiler über einen Server. Pressesprecherinnen werden für die Oberpfalz Sonja Schumacher und für Oberfranken Dagmar Keis-Lechner.

Fracking verbieten

Auch Ziele des Aktionsbündnisses wurden am Abend genannt. Vorrangig soll ein generelles gesetzliches Verbot des Frackings erreicht werden. Im Weidener Becken soll der Einsatz dieses Verfahrens verhindert werden. Vor allem sieht man die Gefahr von "unabsehbaren Folgen für Mensch und Natur" bei einem Einsatz der Fracking-Methode. Die Erteilung einer Erkundungslizenz für die britische Firma Rose Petroleum für Gasvorkommen in der Region (wir berichteten) gebe zu dieser Sorge Anlass.

Online-Petition

Als erste konkrete Maßnahme wird eine Online-Petition, gerichtet an den Bayerischen Landtag, ins Internet auf die Plattform "change.org" gestellt werden. In dieser Petition wird der Bayerische Landtag aufgefordert, dass das Versprechen der Politiker, kein Fracking zuzulassen, durch "gesetzliche Regeln umgesetzt wird". Wirklichen Schutz könne nur ein gesetzliches Fracking-Verbot bieten, wird in der Petition gesagt.

Das Aktionsbündnis erhofft sich viele "Online-Unterschriften". Bei den bisherigen Aktionen der Fracking-Gegner wurden 1500 Unterschriften gesammelt, erläuterte Hilde Lindner-Hausner von der Bürgerinitiative gegen atomare Anlagen. Einig war man sich, einen "überparteilichen Flyer des Aktionsbündnisses" zu erstellen. Lokale Aktionen im gesamten Gebiet des Weidener Beckens und weitere Zusammenkünfte der Bündnismitglieder wurden am Abend ebenfalls angekündigt.
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