23.01.2010 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Unternehmer überwiegend zufrieden mit der Stadt - Zukunft liegt im Logistiksektor In Weiden lässt sich's wirtschaften

Laufen der Stadt die Betriebe weg? Wer mit Christian Fröhlich von CP2 spricht, muss diesen Eindruck bekommen. Die Werbeagentur zieht demnächst von Weiden nach Altenstadt und ihr Geschäftsführer lässt zum Abschied kein gutes Haar an der Stadt. Bei anderen Gewerbetreibenden löst die Kritik jedoch Unverständnis aus.

von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Zwar habe sich die Abteilung für Wirtschaftsförderung im Rathaus bemüht, aber anbieten habe sie ihm nichts können, beschreibt Fröhlich seine Erfahrungen. In der Stadt gebe es kein Gewerbegebiet, dass die Anforderungen seines Unternehmens erfülle. Alles sei ab vom Schuss. Fröhlich glaubt auch nicht, allein mit seiner Meinung zu sein: "Ich weiß, dass noch einige gehen wollen."

Gut angebunden

Von diesen anderen hat Wolfgang Eck von der Weidener IHK-Niederlassung noch nichts gehört. "Mir ist davon nichts bekannt", sagt er. Im Fall von CP2 sei das Angebot in Altenstadt tatsächlich ein Glücksfall für das Unternehmen gewesen. Dies sieht auch Stephan Jarmer so, weshalb der Chef der Wirtschaftsförderungsabteilung im Rathaus Fröhlichs Kritik nicht nachvollziehen kann. "Wir haben zentralgelegene Gewerbegebiete und eine hervorragende Autobahnanbindung", sagt er. Es gebe wenige Städte in der Größe Weidens mit so vielen Zufahrten zur Autobahn.

NT investiert


Das Medienhauses "Der neue Tag" ließ sich von den Vorzügen Weidens überzeugen. Sein Druckzentrum entsteht deshalb im Westen der Stadt. In den nächsten Jahren werden dort rund 25 Millionen Euro investiert.

Jarmer kann auch weitere Betriebe benennen, die sich in letzter Zeit bewusst für Weiden entschieden haben. Wie die Firma Solvoltaik, die gerade von Weiherhammer in die Max-Reger-Stadt umgezogen ist. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Josef Gmeiner, begründet dies auch mit der guten Unterstützung durch die Verantwortlichen der Stadt. "Ich fühle mich hervorragend beraten", sagt der angehende Wirtschaftsingenieur, der das Unternehmen schon während seiner Schulzeit gründete.

Die Hochschule, an der Gmeiner noch selbst studiert, sei ein weiteres Plus. Sie sorge für qualifizierten Fachkräfte. Außerdem habe ihn die Infrastruktur überzeugt, erklärt der Chef des Unternehmens, das Photovoltaikanlagen plant und baut.

Die Infrastruktur soll auch weiter verbessert werden. Noch in diesem Jahr schließt die Telekom die Versorgungslücke, die beim Breitband in Weiden-West zum Teil noch besteht. Womit Jarmer einen weiteren Vorwurf Fröhlichs entkräftet sieht.
Perfekt sei der Standort Weiden damit aber noch nicht. In den kommenden Jahren möchte Jarmer die Innovationskraft des Standortes verbessern. Dies soll durch eine bessere Vernetzung der HAW mit den örtlichen Unternehmen passieren. Auch der Vorteil, der durch die Nähe zu Tschechien gegeben sei, müsse noch besser genutzt werden. Durch das Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald hat die Region die Chance, zu einem europäischen Drehkreuz zu werden. "Deshalb wird in den nächsten Jahren das Thema Logistik wichtiger", hofft der Wirtschaftsförderer.

Region als Ganzes sehen

Dies gelte für die ganze Region. Überhaupt solle der Gegensatz zwischen Stadt und Land nicht übertrieben werden. Dies sieht auch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß so. Der Weggang von CP2 aus Weiden sei zwar schlecht für die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt. Aber für die Menschen sei vor allem wichtig, "dass die Arbeitsplätze in der näheren Region bleiben."

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