Ursache von Herzinfarkt und Lungenleiden
Risiko Rauchen

Aus internistischer und chirurgischer Sicht erläuterten beim 23. Medizinischen Forum von Prof. Dr. Robert Schwinger (von links) die Referenten Oberarzt Dr. Winfried Pruy und Privatdozent Dr. Claus Neurohr neue Erkenntnisse bei Lungen- und Herzerkrankungen. Bild: Wirtz-Roegner

Was gibt es Neues in der Diagnostik und Therapie von Herz- und Lungenkrankheiten? Um diese Frage ging es beim 23. Medizinischen Forum. Der Initiator und Leiter der Medizinischen Klinik II, Prof. Dr. Robert Schwinger, zeigte sich besonders erfreut über den sehr guten Besuch im Gustav-von-Schlör-Saal bei der Fortbildungsveranstaltung in Zusammenarbeit mit den Ärztlichen Kreisverbänden Weiden und Schwandorf.

Schlechte Papiere hatten an diesem Abend wieder einmal die Raucher. Lungen- und Herzspezialisten waren sich einig: Rauchen spielt als entscheidender Risikofaktor eine sehr negative Rolle. Dies betonte gleich zu Beginn Privatdozent Dr. Claus Neurohr vom Klinikum Großhadern.

Wenn es gilt, Rundherde in der Lunge abzuklären, haben Raucher klar schlechtere Krebsgefahrfaktoren. Aber auch die Größe des Herdes spiele eine Rolle. Es gebe durchaus "solide Lungenrundherde", die keiner Verlaufskontrolle unterzogen werden müssen. Bei jenseits von drei Millimetern sei die Gefahr des malignen Verlaufs groß. Computertomografie-Kontrollen und Entnahme von Gewebeproben seien erforderlich.

Absolutes Rauchverbot gebe es bei Asthma bronchiale, unter dem fünf bis acht Prozent der deutschen Bevölkerung leiden. Diese häufige Erkrankung erfordere eine gute Kontrolle durch den Arzt. Neue Leitlinien und Kombinationspräparate, die sowohl für die Bedarfs- und Notfallbehandlung wirksam seien, hätten sich bewährt.

Gefährliche Ausbreitung

Wann braucht man die Thoraxchirurgie und was gibt es Neues? Diese Frage beantwortete sehr anschaulich Dr. Winfried Pruy, Oberarzt am Weidener Klinikum. Sorgen bereite, dass sich das Bronchialkarzinom weiter ausbreite. Etwa 130 Fälle fielen statistisch gesehen pro Jahr auf die Region, nachdem es jährlich bei 15 000 Frauen und 33 000 Männern diagnostiziert werde. Besonders besorgniserregend sei die starke Zunahme bei Frauen. Es werde befürchtet, dass bei den Todesfällen der Lungenkrebs den Brustkrebs überhole. Keine Frage sei, dass beim Patienten mit Lungenkrebs der Internist, Onkologe, Strahlentherapeut, Nuklearmediziner und spezialisierte Chirurgen gefordert seien. Nicht immer sei der Tumor operabel, räumte Dr. Pruy ein. Der altbewährte Stockwerkstest über drei Etagen empfehle sich unter anderem bei älteren Patienten. Die Beurteilung der Dynamik des Tumors spiele außerdem eine Rolle, besonders auch bei Lungenmetastasen.

Mehr Teamarbeit


"Die Medizin wird zunehmend zur Teamarbeit von Spezialisten", bestätigte Prof. Dr. Schwinger, der die neuen Leitlinien bei Vorhofflimmern erläuterte. "Leitlinien sind nicht alles." Selbst nachdenken, entscheiden und handeln, lautete sein Rat. Es gelte bei Patienten mit Vorhofflimmern, den Schlaganfall zu vermeiden. "Er ist die größte Katastrophe im Leben." Hochrisikopatienten sollten daher unbedingt auch orale Blutverdünner erhalten. Bei den neuen Mitteln sei das Blutungsrisiko geringer.

Allerdings könnten sie nicht bei Herzklappenpatienten angewandt werden, die Nierenfunktion müsse, gerade auch bei älteren Patienten, sehr genau kontrolliert werden. Aspirin spiele bei der Blutverdünnung keine Rolle mehr. Beim Vorhofohrverschluss anstelle von Medikamenten sei "das letzte Wort noch nicht gesprochen". Bei der Katheterablation sei ein Absetzen der Medikamente unmöglich. Sie komme bei jungen und schlanken Patienten infrage.
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