21.04.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

ver.di: 100 Neuaufnahmen wegen 42-Stunden-Woche Gewerkschaft wächst

von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Einen "erheblichen Mitgliederzuwachs" verzeichnet die Gewerkschaft ver.di, seitdem die Bayerische Staatsregierung die Arbeitszeit im Öffentlichen Dienst ausdehnen will. Bei einem Treffen am Montag im Josefshaus berichtete Bezirksgeschäftsführer Manfred Haberzeth von 100 Neuaufnahmen im hiesigen Bereich. "Die Beschäftigten wollen auf der sicheren Seite stehen, wenn ab 1. Mai die Daumenschrauben angezogen werden."

Hintergrund: Bei Vertragsänderungen sollen nach dem Willen des Freistaats bereits die längeren Arbeitszeiten gelten. Zum 30. April enden die Tarifverträge für Arbeiter und Angestellte. Bis zu einer erneuten Einigung gälten die jetzigen Bestimmungen aber weiter - falls die Beschäftigten Mitglieder des Vertragspartners ver.di seien, betonte Haberzeth.

Die rund 50 Zuhörer rief er zum Widerstand gegen die 42-Stunden-Woche auf. Auch die Beamten: "So wehrlos sind sie nicht!" Das Streikrecht sei zwar nicht festgeschrieben, "aber es steht auch nirgends, die Beamten hätten es nicht". Arbeit könne aber auch anders niedergelegt werden: "Wer sagt denn, dass Personalversammlungen nach einer Stunde aus sein müssen?"

Zur anschließenden Demo beim CSU-Empfang mit Ministerpräsident Stoiber zogen die Gewerkschafter mit Nachdrucken uralter Schilder ("Samstags gehört Vati mir"). Haberzeth: "Wenn's so weitergeht, können wir die Parolen von vor 50 Jahren aus den Schubladen holen."

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