30.01.2010 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Verdi möchte Angebot von öffentlichen Arbeitgebern - Noch zwei Verhandlungsrunden Höhere Löhne nicht ausräumen

Das Schneetreiben kam den Verdi-Verantwortlichen recht. Ging es ihnen beim Pressegespräch doch darum, für einen angemessenen Tarifabschluss für die mehr als zwei Millionen Arbeitnehmer bei Bund und Kommunen zu werben. "Das Wetter zeigt, dass ohne die kommunalen Beschäftigten nichts geht", spielte Norbert Flach auf den Winterdienst an.

von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Der Tarifkoordinator für Bayern war nach Weiden gekommen, um sich vor der zweiten Verhandlungsrunde mit den lokalen Verantwortlichen abzustimmen. Am 31. Januar wird in Potsdam weiterverhandelt. Verdi fordert dabei insgesamt fünf Prozent Lohnerhöhung. "Von den Arbeitgebern erwarten wir zumindest ein Angebot", so Flach. Den Verweis auf die wegen der Krise leeren Kassen will die Gewerkschaft nicht gelten lassen. Für die Bankenrettung sei schließlich auch Geld da gewesen.

Den Beschäftigten sei nicht länger vermittelbar, nur als Kostenfaktor zu gelten. Vor allem täten auch bessere Löhne der Binnennachfrage gut. Dies wirke deutlich länger als die Abwrackprämie im letzten Jahr, erklärte der stellvertretende Weidener Verdi-Geschäftsführer, Karlheinz Winter.

Neben Lohnerhöhungen, von denen auch die Beschäftigten der Kliniken AG profitieren würden, hat die Gewerkschaft eine Reihe weiterer Forderungen. Zunächst verlangt sie einen neuen Altersteilzeitvertrag. "Angesichts der Rente mit 67 ist das nötig", so Winter. Die wenigsten kommunalen Beschäftigten würden schließlich damit rechnen, tatsächlich so lange arbeiten zu können.

Perspektive für Azubis

Gerade in der Oberpfalz sei der Gewerkschaft auch eine Perspektive für die Azubis wichtig. "Die Jugendlichen sind die tatsächlichen Opfer der Wirtschaftskrise", so Gewerkschaftssekretär Robert Hinke. Während kaum noch Auszubildende übernommen werden, seien die meisten kommunalen Behörden stark überaltert. Es sei eine Frage der Zeit bis hier ein Generationenwechsel kommen müsse, pflichtete Verdi-Geschäftsführer Alexander Gröbner bei. Wenn die Arbeitgeber gerade in den ländlichen Regionen nicht wollen, dass die Azubis nach der Ausbildung in den Ballungsräumen verschwinden, müssen sie eine Perspektive bieten.

Für diese Perspektive sind die Gewerkschafter auch zum Arbeitskampf bereit. "Wir haben unsere Forderungen eng mit der Basis abgestimmt", so Winter. Dabei sei auch klar geworden, dass die Arbeitnehmer bereit sind, sich für die Durchsetzung ihrer Forderungen zu engagieren. Deshalb raten die Verdi-Verantwortlichen der Arbeitgeberseite, sich zu bewegen.

Viel Zeit bleibt dazu nicht, denn nach der Runde am 31. Januar sei nur noch eine Verhandlung Mitte Februar vorgesehen, danach könnte es dann zu Streiks kommen. Gut möglich also, dass die kommunalen Beschäftigten schon bald zeigen können, wie sich ein schneereicher Tag ohne Winterdienst anfühlt.

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