15.12.2008 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

ver.di-Senioren reden über Finanzkrise Spekulatius statt Spekulanten

"Wir müssen die Krise nutzen, um eine neue Balance in der Gesellschaft zu finden. Die Realeinkommen bedürfen endlich der Anpassung an Fortschritt, Produktivität und Entwicklung der Inflation", sagte Ex-ver.di-Bezirksgeschäftsführer Manfred Haberzeth.

von Autor rdoProfil

Der Vorsitzende Heinz Gerstenberger vom ver.di-Bezirksseniorenausschuss ging am Donnerstagnachmittag im Postkellersaal beim Jahresabschlussbericht auf den Generationenkonflikt und demografischen Wandel ein. 70 Kolleginnen und Kollegen, unter ihnen der stellvertretende Bezirksgeschäftsführer Karlheinz Winter, waren der Einladung gefolgt, aßen Spekulatius und genossen die Musik von "Silver Star" Hans Strobl.

Für Manfred Haberzeth steht die Welt Kopf: Rahmenbedingungen und Grundsätze des Lebens beginnen zu wanken. Jeder kenne den Satz: "Unseren Kindern und Enkeln soll es einmal besser gehen." Niemand könne dafür mehr die Hand ins Feuer legen. "Hinter der heutigen Wirtschaft stecken zu oft Spekulationen und keine realen Werte mehr. Die Gewinne der Unternehmen sind privat, für die Verluste bürgt der Staat."

"Die Zeche zahlt der Steuerzahler. Und an die Unternehmer: Arbeit ist mindestens genauso viel Wert wie Kapital, die Dumpinglöhne in Europa gehören ins rechte Lot gerückt, zum Wohl der Arbeiter. Die Europawahl im nächsten Jahr bietet eine Chance dazu."

Die Alten als Feindbild

"Ein Gespenst geht um in Deutschland, das einer Überalterung der Gesellschaft und der unaufhaltsam tickenden demografischen Zeitbombe", begann Heinz Gerstenberger seine Ausführungen. Systematisch wird der Generationen-Konflikt "Alt gegen Jung" geschürt. Die Mitgliederstatistik der ver.di-Senioren im Bezirk ist im abgelaufenen Jahr rückläufig, sie sank um 295 auf 4183 Mitglieder, 1213 in der nördlichen Oberpfalz. Gerstenberger kündigte ein ansprechendes Programm 2009 an und warb um Zuspruch, auch im Hinblick auf das Superwahljahr 2009 werden sie sich einbringen. "Wir erwarten von Politik und Gesellschaft angemessene Möglichkeiten zum Mitgestalten und Mitentscheiden. Ältere Menschen wollen die Chance des längeren Lebens für sich und die Gesellschaft nutzen", sagte ver.di-Seniorenvorsitzender Gerstenberger.

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