12.12.2008 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Versammlung des Prüfrings: Defizitäre Lage bei Zuchtsauen geht an die Substanz der Betriebe Erträge der Ferkelerzeuger brechen ein

Im Bereich des Ferkelerzeuger- und Schweineprüfrings Weiden ist die Entwicklung der Betriebe für Ferkelerzeugung weiter rückläufig. Die Zahl der Betriebe sank von 119 auf 113, das bedeutet eine Halbierung in den vergangenen zehn Jahren. Die Schweinemastbetriebe verringerten sich um einen auf 28.

von Autor rdoProfil

Vorsitzender Alois Weig begrüßte zur Mitgliederversammlung zahlreiche Ehrengäste und die 50 Mitglieder in der Gaststätte Schützenhaus in Weiden. Bei der Ferkelerzeugung standen 8866 Zuchtsauen in den Ställen, durchschnittlich 79,5 Tiere pro Betrieb. Das bedeutet einen Anstieg von 6,2 Stück. Mit 22,1 aufgezogenen Ferkeln je Zuchtsau im Jahr kommt das einer Steigerung um 0,4 pro Muttertier gleich. Dramatisch hingegen der Einbruch beim Deckungsbeitrag - die direkten Kosten frei Leistung auf eine Zuchtsau: Er lag bei nur 222 Euro, was einen Rückgang um 333 Euro (60 Prozent) bedeutet. Zurückzuführen ist der Ertragseinbruch hauptsächlich auf die Energie- und Betriebskostenerhöhung in der Produktion und für Futtermittel. "Der Erlös ist eindeutig zu wenig für eine wirtschaftliche Produktion", so die einhellige Meinung.

In der Schweinemast waren in den Mitgliedshöfen 30 307 Tiere eingestellt: ein Rückgang von 3007 Stück. Der Deckungsbeitrag sank um 0,70 Euro auf 22,99 Euro je Schwein.
Zu dramatischen Zuzahlungen kommt es derzeit bei Zuchtsauen. Dem Ertrag von 205 Euro stehen Kosten in Höhe von 350 je Platz gegenüber, ohne Lohnkosten. Laut Erzeuger bedeutet das eine "Kapitalverbrennung" und geht an die Substanz der Betriebe. Der Fachberater der Erzeugerringe, Franz List, lobte das genetische Wachstumspotential der Betriebe, mit einem täglichen Gewichtszuwachs von 726 Gramm sei es "Spitze". An Fallbeispielen zeigte er betriebswirtschaftliche Veränderungen in der Tierhaltung auf. "Die Futtermittelplanung und die Rohstoffkomponenten spielen eine große Rolle im Hinblick auf einen für den Betrieb akzeptablen Preis."

In einem Fachvortrag ging Dr. Andreas Weber von der Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und landwirtschaftliches Bauen auf die baulich-technischen Einrichtungen zur Getreidelagerung ein. Wichtige Gesichtspunkte seien Hygiene, Annahme, Getreidereinigung, Trocknung, Lagerung und Aufbereitung. Betriebseigene Anforderungen bestimmten das Lagersystem, ob Flach- oder Hochlader. Weitere Infos gibt es unter www.alb-Bayern.de.

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