Volksbank Nordoberpfalz regelt Generationenwechsel an der Spitze - Bürgerstiftung gegründet
Gerhard Ludwig bleibt bis 2015

Nicht nur mit glanzvollen Zahlen (wir berichteten) wartet die Volksbank Nordoberpfalz zu ihrem 90. Geburtstag auf. Die Vertreterversammlung stellte die strategischen Weichen für einen "reibungslosen, internen Wechsel" (Aufsichtsratsvorsitzender Joseph Kürner) an der Spitze. Vorstandschef Gerhard Ludwig bleibt bis zum Alter von 67 Jahren bis Ende 2015 im Amt; Vorstand Rudolf Winter (59) geht 2017 in den Ruhestand.

Ihre Nachfolger stehen bereits fest: Diplom-Kaufmann Rainer Lukas (47, Prokurist, Controlling) und Thomas Ludwig (42, Prokurist, Leiter Firmenkunden). Damit diese Lösung möglich wurde, beschloss die Versammlung die ersatzlose Streichung jenes Satzungs-Paragrafen, nach dem die Vorstände mit Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittalters eigentlich ausscheiden müssten. Kürner: "Wir können auf das Engagement von Gerhard Ludwig nicht verzichten."

Als "Zeichen für soziales und bürgerschaftliches Engagement" in der Region gründet die Volksbank eine Stiftung, die zunächst mit einem Grundstock von 250 000 Euro startet. Kürner: "Wir wollen damit Hilfe zur Selbsthilfe im ehrenamtlich-gemeinnützigen Bereich leisten." Im Fokus der Stiftung stehen gemeinnützige, nicht jedoch mildtätige Zwecke.

Frau im Aufsichtsrat

Erstmals in der 90-jährigen Geschichte der Volksbank sitzt eine Frau im Aufsichtsrat: Für den auf eigenen Wunsch ausscheidenden Rudolf Braunschläger (seit 2008 stellvertretender Vorsitzender) rückt die Geschäftsfrau Liane Birner (58, Kfz-Ersatzteile Birner, Weiden) in das Gremium nach.
Vor annähernd 500 Gästen - darunter viele Bürgermeister und Vertreter des öffentlichen Lebens - würdigte der Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, Stephan Götzl, die Volksbank als zuverlässigen und starken Partner in der Region. Trotz eines schwierigen Umfelds mit unterdurchschnittlichem Pro-Kopf-Einkommen und negativer Bevölkerungsentwicklung baue die Volksbank ihre Marktposition aus. Götzl bekräftigte seine Kritik, dass auf europäischer Ebene kein Unterschied gemacht werde zwischen regionalen Geldinstituten und Großbanken. Er forderte die "Einheit von Haftung und Kontrolle" sowie eine "differenzierte Regulierung mit Augenmaß". Eine gemeinsame EU-Einlagensicherung komme einer Enteignung der deutschen Sparer gleich, die dann für Fehlentscheidungen und Risiken ausländischer Banken haften müssten. Von der Politik erwartet Götzl besonders in Fragen der Wirtschafts- und Finanzstabilität Planungssicherheit.
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