13.08.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Volksfest: Feuerschützen müssen Kosten weiterreichen Schausteller zahlen für Lärm-"Limiter"

von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

In den Verträgen hatten die Schausteller sich zwar zur Kostenübernahme verpflichtet. Allerdings wussten weder die Fest-Veranstalter, also die Feuerschützen, noch die Stadt Weiden die Höhe der zusätzlichen Ausgaben. Unterschrieben wurden die Blanko-Verträge trotzdem.

Beim Schausteller-Frühschoppen am Mittwoch nannte Schützenmeisterin Carola Girisch erstmals die exakten Summen. Es gehe darum, diese Kosten gerecht zu verteilen. Darum schlug sie vor, dass die Geschäfte pro Meter "Frontlänge" 8,40 Euro berappen sollten. Die Begeisterung der Schausteller hielt sich in Grenzen. Bei vielen Festen, bei denen sie auffahren, gebe es Beschränkungen wegen der sensiblen Reaktion der anwohnenden Bürger auf den Festlärm. Doch nur in Weiden gebe es teure Lärm-"Limiter". Hier werde ein Festplatz zur Verfügung gestellt, der offensichtlich nicht uneingeschränkt nutzbar sei, klagte etwa Angelo Agtsch, der mit der Achterbahn auf dem Volksfest vertreten ist.

Bürgermeister Jens Meyer und Rechtsdezernent Hermann Hubmann schilderten die besondere Situation am Festplatz in Weiden und die Notwendigkeit, den Lärm nach 22 Uhr konsequent einzudämmen. Nur so lasse sich verhindern, dass durch eine richterliche Anordnung der gesamte Festbetrieb eingestellt werde. Die Stadt habe nicht freiwillig den alten Festplatz aufgegeben, betonte Meyer, der auch einräumte, dass der neue Platz bei der Bürgerschaft nicht unumstritten sei.

"Wir wollen Volks- und Frühlingsfest am Leben erhalten", stellte Hubmann fest. "Weil wir dazu verpflichtet sind, kaufen wir diese Geräte und vermieten sie." "Das ist ein ganz normales Geschäftsgebaren."

Von Angelo Agtsch kam dann auch der Alternativvorschlag: Jedes Geschäft, das beim Volksfest vertreten ist, soll 50 Euro für die Limiter-Miete und den Personalkostenanteil zahlen. Einstimmig beschlossen die Schausteller diese neue Variante der Kostenverteilung: Die Feuerschützen dürfen bei der Stromrechnung die 50 Euro für die Lärmbegrenzer "draufschlagen". Denn, abgerechnet wird beim Volksfest zum Schluss. Bis dahin muss Umsatz gemacht werden.

Schützenmeisterin Carola Girisch und Bürgermeister Jens Meyer ehrten Alexander Störzer und Charly Stey für die 15-malige Teilnahme am Weidener Volks- und Schützenfest mit Urkunde und Medaille.

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