04.09.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Volkshochschule sieht am Standort Luitpoldstraße dennoch große Entwicklungsmöglichkeiten Kein Luxus, sondern nur das Nötigste

Umbau und Umzug innerhalb von nur zwei Monaten? "Das schaffen selbst wir nicht", bekräftigt Stefan Frischholz, der Geschäftsführer der Volkshochschule Weiden. Erst seit Montag ist das ehemalige FOS/BOS-Gebäude in der Hand der VHS. Seit Dienstag laufen die dringendsten Schönheitsreparaturen. Am Freitag sind die Stadträte zum Ortstermin geladen. Wir waren schon früher da.

Der Estrich muss raus, damit hier mal die Küche entstehen kann. Für die Einrichtung hat die Volkshochschule ein besonderes Rezept: Sponsoren müssen einspringen, damit der Haushalt nicht belastet wird. Bilder: Hartl
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Obwohl nur das "Allernötigste" angepackt wird, summiert sich das Maßnahmenpaket auf 483 000 Euro. Und das hatte im Ferienausschuss für mehr als Wirbel gesorgt (wir berichteten). Frischholz will "das Feuer eindämmen", die Stadträte bei der Ortsbesichtigung überzeugen, dass kein Cent "für Luxus" ausgegeben wird.

Knall auf Fall

Und er wird auch erklären, warum für den Umzug "Knall auf Fall", eine Fülle von Entscheidungen anstanden. "Obwohl's die Stadträte eigentlich wissen müssten." Durch die lange andauernden Verhandlungen von Fondara mit Dostler verengte sich die Zeitschiene für die VHS zusehends: Die Fachoberschule konnte erst mit Ferienbeginn ausziehen. Und nach den Fondara-Planungen sollte die VHS bereits im Oktober ihr Haus in der Sedanstraße geräumt haben. "Das war schon denkbar knapp." Deshalb habe er sich vom Stadtrat auch ermächtigen lassen, dass er die dringenden Aufgaben planen lassen und man die Aufträge auch vergeben konnte. "Wir hätten's sonst nie geschafft. Ich hatte den Auftrag, dafür zu sorgen, dass die VHS termingerecht auszieht." Inzwischen sei aber zumindest der zeitliche Druck raus, da Fondara erst im Januar die alten VHS-Gebäude abreiße.

VHS wollte nicht umziehen

Verwundert über die Vorbehalte der Stadträte zeigte sich auch Leonhard Dietrich, der pädagogische Leiter der VHS. Auch deshalb weist er darauf hin, dass nicht die VHS den Ortswechsel angeregt habe. "Wir waren in der Sedanstraße zufrieden, wir wollten nicht umziehen." Vielmehr weiche die VHS dem wichtigsten städtebaulichen Projekt der Stadt, nämlich der Fondara-Stadtgalerie. "Wir kommen hier in ein Gebäude, das seit Jahrzehnten für den normalen Schulbetrieb, nicht aber für die speziellen Belange der Erwachsenenbildung ausgerichtet war."

Die Anmietung der ehemaligen Schule und der "Panzerkaserne" sei ein wichtiger Einschnitt und eine Investition in die Zukunft der VHS, in die inhaltliche Attraktivität ihres Kursangebotes und damit in ihre wirtschaftliche Rentabilität. "Wir wollen uns in Zukunft weitgehend selbst finanzieren können und damit die Zuschüsse der Stadt senken." Die derzeitigen Schönheitsreparaturen seien die Voraussetzung für eine stabile Entwicklung. "Wenn wir diese Basis nicht erhalten hätten, könnten wir uns auch nicht weiter entfalten."

Bildungsmeile

Dietrich sieht mit dem Umzug die Chance, am neuen Standort die strategische Zusammenarbeit mit den unmittelbaren Nachbarn (Keramik-Museum, Regionalbibliothek und Musikschule) zu stärken. "Wir können hier an der Luitpoldstraße eine wunderbare Kultur- und Bildungsmeile als Gegenpol zur Fondara-Einkaufsmeile schaffen. Und mit der Aula haben wir endlich einen schönen, eigenen Veranstaltungsraum."

Für die FOS-Schüler sei der Neubau nicht nur geschaffen worden, weil Platz fehlte, sondern weil im alten Gebäude eine grundlegende Sanierung überfällig war. "Wir übernehmen das alte Haus und lassen es mit Schönheitsreparaturen gut sein."

Zum Finanzierungsmodell der VHS gehöre es, dass sie sich Sponsoren suche. "Wir sind bereit, Eigenleistung einzubringen." Im Kellergeschoss sei besonders viel zu tun. "Wir fahren zu Gebrauchtmöbelhändlern, um unsere Ausstattung zu ergänzen. Das haben wir übrigens auch schon in der Vergangenheit so gemacht."

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