05.09.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Band dreht zweites Video - Premiere beim ersten Weidener Filmfestival am 19. September ... Hollywood bei William's Orbit

Die erste EP ist raus, ein Musikvideo schon veröffentlicht, das zweite bereits abgedreht: Es scheint als stehe die Weidener Band William's Orbit so richtig im Saft. "Wir haben einen hohen Anspruch an uns selber und versuchen, das Beste rauszuholen", erklärt Bassist Lukas Höllerer. "Es macht einfach Spaß, hochqualitative Ware zu liefern. Als Band liegt uns viel daran, unsere Ideen so gut wie möglich umzusetzen."

Viel Licht, viel Technik und ganz viel Spaß: In einer Halle des Medienhauses „Der neue Tag“ drehte William’s Orbit ihr zweites Video. Bild: hfz
von Elisabeth Schätzler Kontakt Profil

Grund genug sich Profis ins Boot zu holen: Die junge Filmproduktionsfirma "Unfourseen" produzierte und drehte mit einem 14-köpfigen Team das Video zu "Take Your Time", die zweite Single-Auskopplung ihrer Debüt EP "Eurydice". Obwohl sich Lukas Höllerer und "Unfourseen"-Mitgründer Josef Hallmann schon aus der gemeinsamen Schulzeit am Augustinus Gymnasium kennen, waren Höllerer und die Band "selbst überrascht", wie professionell es am Set zuging.

Jeder der vier Gründer hat Erfahrungen in der Filmbranche gesammelt, gemeinsam haben sie seit ihrer Gründung im März 2013 diverse kommerzielle und unkommerzielle Projekte umgesetzt. Im Herbst 2013 beispielsweise produzierten sie den Kurzfilm "Abbitte eines Mörders", der teilweise in Weiden gedreht wurde. Die Jungs, allesamt Bayreuther Medienstudenten, haben sich gleich zu Beginn ihres Studiums zusammengefunden und beschlossen, ihr Hobby zum Beruf zu machen.

Die Grundidee zum Video haben Band und Regisseur gemeinsam entwickelt, erklärt Hallmann. "Wir haben uns dann auf ein Konzept geeinigt und der Regisseur Julian hat die Idee weitergesponnen." Gedreht wurde an einem außergewöhnlichen Ort: in einer Halle im Verlagsgebäude des Medienhauses "Der neue Tag". "Die Höhe des Raumes war toll, er hat einen gewissen Charme", sagt Christian Gold, Organist von William's Orbit. Und Hallmann bestätigt: "Das war eine richtig gute Entdeckung, in solchen Motiven lässt sich selten zu so guten Bedingungen drehen."

Arbeiten mit Profis

Als dann ein Transporter vor das "NT"-Gebäude fährt - "vollgepackt mit Licht- und Kameraequipment" - sind die Musiker erst einmal baff. Spätestens als das Team die Technik aufbaut und die Kulissen fertigstellt, wissen die fünf Jungs, dass sie es mit echten Profis zu tun haben. Ins Schwitzen kommt die Band, als die Scheinwerfer auf sie strahlen. "Das waren gefühlt 40 Grad", sagt Höllerer. "Das war wie in einer Saunakabine, trotzdem waren wir bis zum Schluss gut gelaunt." Was zum großen Teil an der guten Chemie zwischen Band und der ganzen Crew lag.

"Es war wirklich ein schönes Miteinander", finden Gold und Höllerer. "Bei einem Dreh sind Einfühlungsvermögen und Umgang mit Stresssituationen unglaublich wichtig", sagt Hallmann. Angefangen vom Catering über die Set-Ausstattung bis hin zur Technik - alles perfekt organisiert. Crew, Schauspieler und Musiker verstanden sich auf Anhieb.

Etwa drei Monate ging der Austausch über das Konzept, die intensive Arbeit der Vorproduktion nahm drei Wochen in Anspruch. Am Wochenende vor dem Dreh hatten acht Leute das Szenenbild vorgebaut. Die Drehtage selbst begannen um acht Uhr morgens und gingen bis tief in die Nacht hinein. "Das war eine harte Arbeit über viele Stunden hinweg, das war für uns bewundernswert", lobt Höllerer die Crew. Am 1. Juni schließlich fiel die letzte Klappe. Damit war das Video aber noch längst nicht fertig: Die gesamte Postproduktion mit Schnitt, Farbkorrektur und Spezialeffekten wurde erst kürzlich fertiggestellt, erklärt Hallmann.

Was daraus geworden ist, wollen die Jungs noch nicht verraten. Nur so viel: "Die Szenen mit unseren beiden Schauspielern verteilen sich auf drei Räume. Wir als Band kommentieren an den Instrumenten, quasi als neutraler Beobachter, das Geschehen", erzählt Höllerer. "Der Videoclip ist wie eine abstrakte Kurzstory: Es wird mit verschiedensten Klischees gespielt, die alle schlussendlich zu einem riesigen Chaos führen."

Aufwendige Produktion

Für den Dreh waren Band und Produktionsfirma auf die Unterstützung angewiesen. "Die Umsetzung eines Musikvideos ist unglaublich aufwendig und kostspielig", erklärt Gold. Erfahrene Profis im Hintergrund zu haben ist ein Vorteil, weiß Hallmann. "Alles läuft relativ schnell und flexibel." Schließlich konnte das Musikvideo dann mit Hilfe diverser Sponsoren auf dem angestrebten, professionellen Niveau fertiggestellt werden.

Übrigens - auch ein bisschen Hollywood findet sich in dem Video: Es wurde mit einer Kamera gedreht, die auch schon bei Filmen wie dem "Hobbit" im Einsatz war. Passend dazu gibt es die Videopremiere dann auch gleich auf Kinoleinwand. Auf dem ersten Weidner Filmfest, das am 19. September im Ring Kino stattfindet, wird man, neben anderen Werken Weidener Filmemacher, das finale Ergebnis des Drehs endlich bestaunen können. "Wir sind schon ganz gespannt wie die Leute das Video annehmen. Aber auch relaxt, das wird cool", freut sich Höllerer.

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