Weidener Geschäftsmann hatte Rechnung längst bezahlt - Unternehmen entschuldigt sich
Eon droht mit Stromsperre

Mitte August staunte Werner H. (Name geändert) noch, als er im "Neuen Tag" von den Problemen des Georgenberger Ehepaars Wittmann mit Eon las. Kurz darauf hat es ihn selbst erwischt. Sogar die Stromsperre für sein Büro wurde dem selbstständigen Geschäftsmann angedroht. Dabei hatte er die Rechnung bezahlt. Doch Eon hatte die Beträge falsch verbucht. Ein Fehler, für den sich das Unternehmen inzwischen entschuldigt hat.

Werner H. hatte vorher den "Neuen Tag" eingeschaltet. Nicht, weil er Hilfe wollte. "Notfalls kläre ich die Angelegenheit mit einem Anwalt." Sondern weil er die Geschichte so kurios fand und das Geschäftsgebahren der Eon "ziemlich unmöglich".

Was war passiert? Im April hatte der 51-jährige Weidener den Stromversorger informiert, dass sein Vater verstorben war und der Vertrag für das Haus seiner Mutter auf sie umgeschrieben werden soll. Seine Mutter hatte außerdem ein neues Konto eingerichtet und für ihren Haushalt eine Lastschrifteinzugsermächtigung an Eon erteilt. Die Stromkosten der Mutter wurden dann auch richtig vom neuen Konto abgebucht. Doch völlig überraschend zog die Eon auch die Juli- und August-Stromrechnungen für das Geschäft von Werner H. vom Konto der Mutter ab. "Aus heiterem Himmel", betont er. "Keiner kann sich das erklären, auch Eon selbst nicht", erfuhr er bei einem Besuch im Weidener Kundencenter in der Leibnizstraße.

Zahlungen falsch verbucht

Der 51-Jährige ließ die Lastschrift löschen und überwies die Juli- und August-Rechnungen für sein Geschäft - wie schon seit Jahren - direkt an die Eon. Das Unternehmen verbuchte diese Summen allerdings für September und Oktober. Juli und August waren damit weiterhin offen - und Werner H. flatterte eine Mahnung ins Haus. Am 19. August rief der Geschäftsmann deshalb bei Eon an. "Ich habe der Frau alles noch einmal erklärt, auch, dass ich keine Mahn- oder Bankgebühren bezahlen werde, weil der Fehler bei Eon liegt." Die Mitarbeiterin sicherte ihm eine Korrektur zu. Doch stattdessen traf mit Datum 24. August eine Mahnung mit Ankündigung der Versorgungsunterbrechung ein: Falls der offene Betrag von 463 Euro nicht bis spätestens 1. September bezahlt sei, werde die Energielieferung ab 29. September eingestellt.

Werner H. machte sich deshalb am 26. August erneut auf den Weg ins Weidener Kundencenter. Die Dame dort erklärte ihm nach einem Blick in den Computer, dass die Mahngebühren nicht - wie von ihrer Kollegin versprochen - gelöscht seien. "Ich habe ihr dann die Überweisungen für Juli und August vorgelegt. Sie hat mir erklärt, die Beträge seien für September und Oktober verbucht." Was Werner H. nicht versteht: "Die Frau hat mir allen Ernstes geraten, ich solle die Juli- und August-Beträge einfach nochmal zahlen. Dann wäre die Sache erledigt. Als ich sie gefragt habe, ob sie ihre Miete für Oktober auch schon im August zahlen würde, hat sie gemeint: Ja, warum nicht?"

Kein guter Kundenservice, sagt Werner H. Er bestand darauf, dass die Frau die Angelegenheit für ihn regelt. "Die Kompetenz hat sie nicht, hat sie mir erklärt", wundert sich der 51-Jährige. "Da frage ich mich, warum sitzen die Leute da in dem Büro?" Die Frau erklärte sich schließlich bereit, den Fall weiterzumelden: "Aber ob die Korrektur in zwei Tagen erfolgt, in vier Wochen oder überhaupt nicht, das könne sie nicht sagen." Und das, obwohl bereits die Stromsperre angedroht worden war. "Service-Wüste Eon", meint Werner H. dazu.

Das Unternehmen hat sich nach der NT-Anfrage mittlerweile für den Fehler entschuldigt. Dass die Bankverbindung der Mutter nach der Vertragsänderung auch für den Sohn übernommen worden sei, "kann nur ein Missverständnis sein", sagte Pressesprecherin Verena Huber von der Eon Energie Deutschland GmbH gegenüber dem "Neuen Tag".

Eon: Fehler sind behoben

Die Überweisungen und der Rückruf der Lastschrift hätten sich wohl überschnitten. Deshalb seien die Beträge für das Geschäft von Werner H. auf September/Oktober gebucht worden. "Da können wir uns nur entschuldigen." Inzwischen seien die Zahlungen richtig verbucht und die Mahngebühren storniert worden. Verena Huber: "Wir bedauern sehr, dass dieses Missverständnis nicht direkt geklärt werden konnte."
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