20.01.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener spielen beim Russischen Staatscircus toll mit: Neun Vorstellungen "ausverkauft oder ... Apfelsaft-Dusche für frechen "Maestro"

von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Ein billiges Vergnügen war das nicht - gerade nicht für Familien. 37,50 Euro für den Logenplatz, immer noch knapp 30 Euro für den Sitz in der "dritten Kategorie". Gelohnt hat sich's dann aber doch für alle Beteiligten. Die Besucher des Großen Russischen Staatscircus klatschten sich in neun Shows die Hände heiß - und die Organisatoren bejubeln "ausverkaufte oder sehr gut besuchte Vorstellungen". Laut Lothar Weber vom Tournee-Veranstalter "PowerConcerts" (Burglengenfeld) erlebten viele Tausend Zuschauer den Zirkuszauber auf dem Volksfestplatz.

Keinen einzigen Auftritt ließ Oleg Popov ausfallen. Dabei machen ihm während der gesamten Tournee Kieferoperationen wegen Zahn-Implantaten zu schaffen. Das harte Sonderprogramm des legendären Clowns in der letzten Woche: vormittags Zahnarzttermin bei Nürnberg, nachmittags und abends Auftritt in Weiden. Der Altmeister biss die Zähne zusammen - und "Nelson" machte schlapp. Die Nummer des Seelöwen fiel am Samstagnachmittag ins Wasser, weil er sich kurz vorher erschreckt habe, erklärt Weber - wovor, sei unbekannt. "Nelson" habe sich jedenfalls geweigert, seine Unterkunft zu verlassen.

Ohnehin haben die Seelöwen, ebenso wie die beiden Tiger, bald Pause. Wenn der Tross nach Österreich (unter anderem für drei Wochen auf die Donauinsel in Wien) weiterzieht, dürfen sich die Tiere im festen Domizil des Staatszirkus in Holland erholen. Die Alpenrepublik bekommt laut Weber wegen ihrer "nahezu militanten Tierschützer" ein reinrassiges Variet´eprogramm geboten. Mal abgesehen von Oleg Popovs Hunden, Tauben und Ratten - die sind mit von der Partie.

Zunächst aber steht Landshut auf dem Spielplan. Ein heißes Pflaster für den Russischen Staatszirkus noch vor der Premiere in dieser Woche. Wie Weber erzählt, gab's dort im Vorfeld mächtig Zirkus: Ein kleineres Konkurrenzunternehmen habe Werbematerialen der Russen (u. a. 400 Plakattafeln) verschwinden und Mitarbeiter verprügeln lassen. Die Polizei ermittle.

Keine Zuschüsse

Da geriet das Weidener Gastspiel doch ungleich problemloser. "Ein tolles Publikum" lobt Lothar Weber. Beschwerden wegen der Eintrittspreise? Fehlanzeige. Apropos: "Für Weiden hatten wir die Preise ohnehin reduziert", berichtet der "PowerConcerts"-Mann. Er verweist auf ein "personal- und energieaufwändiges Unternehmen": "Ein Zirkus gilt nicht als förderfähiger Kulturbetrieb, muss aber gegen solche konkurrieren. Rechtlich ist er nur eine Spedition." Im Falle des Russischen Staatscircus sind rund 160 Beschäftigte auf Achse.

Einer von ihnen heißt Allen Harrison. Besser bekannt als "Maestro". Der machte mit Vorliebe sein Publikum nass, kippte Wasser in die ersten Reihen (wo schon mal der OB saß). Am Samstag jedoch schaute der Spaßvogel mit der Sturmfrisur noch dümmer aus der Wäsche als sonst. Eine Zuschauerin revanchierte sich kurzerhand beim frechen "Maestro": mit einer Apfelsaft-Dusche. Bravissimo!

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