20.02.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weinfest und andere Gründe zum Feiern: SPD Hammerweg bilanziert 30 Jahre Knüller aus der Kneippstraße

von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Für Weinfreunde gab es eigentlich keinen Grund zum Feiern, damals, im Jahr 1986. Der Glykose-Skandal vergällte der Republik die Lust auf ein Gläschen. Nur die Weidener Genossen genossen: Nach dem Motto "Jetzt erst recht" zog der SPD-Ortsverein Hammerweg das erste Weinfest seiner Geschichte auf. In der Kneippstraße, wo praktischerweise Vorsitzender Rudi Habla wohnt, lockte Rebensaft aus Weiden am See "zu sozialen Preisen". Mit Erfolg. Jährlich strömen seitdem rund 400 Gäste zum SPD-Weinfest.

Inzwischen halten auch die Ortsvertretungen von der Konkurrenz solche Festivitäten ab - "aber so originell wie unsere ist keins", behauptet Habla. Nicht die einzige Besonderheit der Parteibasis vom Hammerweg. Wie SPD-Stadtverbandschef Werner Schieder berichtet, ist es 30 Jahre her, dass Weidens Genossen ihre "Sektionen" in selbstständige Ortsvereine umwandelten. Neun bestehen derzeit. Aber nur einer feiert das Jubiläum jetzt mit einer Hochglanzbroschüre: der vom Hammerweg. Eben.

Keine Werbung

Bei der Vorstellung am Donnerstag ernten Habla & Co. dafür ein Sonderlob von MdL Schieder. Das Heft enthält die Chronologie des Ortsvereins ebenso wie einen Pressespiegel, "historische" Fotos (u. a. aus der Toupet-Periode Hablas) und sogar Austrittserklärungen ("Bin arbeitslos und kann keine Beiträge bezahlen"). Qualitätsmerkmal: "keine Werbung", wie stellvertretender Vorsitzender Bernhard Gröbner betont. Finanziert wurde die Auflage von 2000 Exemplaren von den Einnahmen, na? Genau: des Weinfests.

Auf das ist Rudi Habla, der den Ortsverein seit 20 Jahren führt, schon besonders stolz. Dessen ausführlichen Erzählungen muss Gröbner daher hinzufügen, dass man zudem "wertvolle politische Basisarbeit" leiste, die sich mitunter in erfolgreichen Vorstößen der Stadtratsfraktion widerspiegle. Auch davon kündet die Jubiläumsbroschüre. Jene schöne Habla-Anekdote vom verirrten Siedler enthält sie leider nicht: Nach einem feuchtfröhlichen Weinfest (!) wunderte sich der Mann, dass der Heimweg länger und länger wurde. Irgendwann setzte er sich hin und wartete, bis es hell wurde. Da entdeckte er, dass er im Wald gelandet war. Später erklärte er seine Odyssee so: "Ich bin halt immer zu'ganga, aber mei Türl is niat kumma."

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