19.01.2010 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

ZDF sucht auf ADAC-Ball vergeblich nach der FDP Medienscheue Liberale

von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Dumm gelaufen: Am Samstag hätte sich die Weidener FDP auf dem ADAC Ball deutschlandweit der Öffentlichkeit präsentieren können. Ein ZDF-Kamerateam war extra in die Max-Reger-Halle gekommen - doch die Mitarbeiter des Magazins Frontal21 mussten unverrichteter Dinge abziehen. Kein liberaler Lokalpolitiker war auf dem Ball erschienen.

Das ZDF-Team war gekommen, um Material für eine Bilanz der ersten Monate der schwarz-gelben Koalition zu sammeln. Der Beitrag soll am heutigen Dienstag um 22.15 Uhr ausgestrahlt werden.

Die Wahl der Frontal21-Redaktion fiel auf Weiden, weil die Partei hier im Vergleich zur letzten Bundestagswahl extrem zugelegt hat. Zwar lag die FDP im Wahlkreis noch hinter dem Bundesdurchschnitt der Partei, jedoch konnte sie ihr Ergebnis von 6,4 auf 11,7 Prozent fast verdoppeln. Dieser Erfolg belegte für die ZDF-Journalisten, dass es sich bei der Max-Reger-Stadt um eine liberale Hochburg handeln muss.

Immer noch klein

Das trifft allerdings nur bedingt zu. "Wir sind immer noch eine kleine Partei und können nicht auf jeder Veranstaltung präsent sein", erklärt Christoph Skutella, Schriftführer des FDP-Kreisverbandes.
Den Bezirksvorsitzenden der Jungen Liberalen ärgert die Sache besonders, weil alle anderen Bälle in der Stadt auf dem Terminkalender der Liberalen stehen. "Nur diesmal waren wir alle verhindert", so der Student, der sich derzeit auf Klausuren vorbereitet und deshalb brav zu Hause blieb. Auch Stadtrat Reinhold Wildenauer war verhindert. "Eigentlich bin ich jedes Jahr beim ADAC-Ball. Aber in diesem Jahr hatte ich mit meiner Band einen Auftritt in der Nabburger Nordgauhalle und musste Herrn Ach leider absagen."

Skutella wundert sich allerdings auch, dass das ZDF-Team weder vor noch nach dem Ball versucht hat, Kontakt mit dem Kreisverband aufzunehmen. "Wir sind leicht im Internet zu finden und im Telefonbuch stehen wir auch."

Schell springt in die Bresche

Weil die FDP sich rar machte, sprang Karl-Heinz Schell in die Bresche. Der Freie-Wähler-Stadtrat sitzt mit FDP-Stadtrat Reinhold Wildenauer in einer Fraktionsgemeinschaft und hatte - ganz kollegial - nur Gutes über seine Kollegen zu sagen: "Ich hab den Fernsehjournalisten erzählt, dass man mit der Weidener FDP sehr gut zusammenarbeiten kann." Dies sei nicht immer so gewesen, jedoch habe neues Personal an der Parteispitze für frischen Wind gesorgt.

Im Grunde hätte sich das Fernseh-Team aber für Schells Einschätzung der Bundes-FDP interessiert, und die sei zwiespältig. "Eigentlich halte ich eine ganze Menge von der Partei und hab ihr auch meine Zweitstimme gegeben. Allerdings bin ich inzwischen etwas enttäuscht, dass es mit der Umsetzung der versprochenen Steuersenkungen nicht vorwärts geht."

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