04.08.2005 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

32 Schüler schließen Integrationslehrgang erfolgreich ab - Viele noch ohne berufliche ...: "Quali"-Zeugnisse für junge Aussiedler

Intensiv war das vergangene Jahr. Arbeitsreich erst recht. Aber es hat sich gelohnt: Nun verabschiedete der Rektor an der Volksschule Pirk, Immo Wimmer, 32 deutschstämmige Spätaussiedler aus Weiden und Neustadt/Waldnaab. Zehn der jungen Frauen und Männer hatten sogar die "Quali"-Prüfungen mit Bravour bestanden.

von Redaktion OnetzProfil

Wimmer, auch Vorsitzender der Prüfungskommission, überreichte mit Konrektorin Dorothea Praller die Schulzeugnisse an die Lehrgangsbesten: Anastasia Kulenko (1,2), Sergej Tuchscherer (1,3) und Tatiana Kurbatov (1,5) wurden für ihren Einser-"Quali" mit Preisen ausgezeichnet, Natalja Hinz (1,5) hatte den besten Hauptschulabschluss erzielt.

Mit EU-Fördermitteln und im Auftrag des Kultusministeriums konnte das Kolping-Bildungswerk in der Diözese Regensburg bereits zum sechsten Mal in Weiden einen Deutsch-Integrations-Kurs für nicht mehr schulpflichtige, junge Aussiedler anbieten. Ziel des Lehrgangs: Die Sprachkenntnisse zu verbessern, den Hauptschulabschluss nachzuholen und auf den Berufseinstieg vorzubereiten.

In dem einjährigen Kurs paukten die Teilnehmer im Alter von 16 bis 24 Jahren 38 Stunden in der Woche. Der Unterricht fand im Kolping-Bildungszentrum in Weiden statt. Das Staatliche Schulamt hatte wieder die Josef-Faltenbacher-Schule mit der Abnahme der externen Abschlussprüfungen beauftragt.

Am Lehrgangsende traf man sich zum letzten Mal in den Klassenzimmern in der Schönwerthstraße zum Sektempfang und zur Zeugnisübergabe. Der Projektleiter des Kolping-Bildungswerkes, Diplom-Pädagoge Martin Lorenz, sagte: "Die teilweise hervorragenden Prüfungsergebnisse belegen, dass die jungen Russlanddeutschen entgegen mancher Vorurteile durchaus anstrengungsbereit und leistungsfähig sind."

Nun auf Arbeitssuche

Bedauerlicherweise hätten auf Grund der schlechten Ausbildungs- und Arbeitsplatzsituation viele der Absolventen noch keine berufliche Perspektive. Einige Schüler wollen im September auf weiterführende Schulen bzw. Berufsfachschulen wechseln. Angestrebt wird auch der Besuch eines berufsvorbereitenden Lehrganges.

Besonders lobten die Kolping-Klassenleiter, Peter Woppmann und Ella Meider, die gute Zusammenarbeit mit der Volksschule in Pirk. "Ohne das Engagement von Rektor Wimmer und dem Lehrerkollegium wäre die Maßnahme zur sprachlichen, schulischen, beruflichen und damit gesellschaftlichen Eingliederung der Neubürger nicht machbar gewesen."

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.