11.05.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Abgerechnet: 2016 bringt 7,15 Millionen Überschuss – „Nicht zu hübsch werden“ Mal wieder Geld auf hoher Kante

Gute Nachrichten gibt es im Finanzausschuss nicht allzu häufig. Umso überraschter waren die Stadträte in dieser Woche, als Stadtkämmerin Cornelia Taubmann sogar sehr gute Nachrichten mitbrachte. Danach hat das vergangene Jahr einen echten Überschuss von 7,15 Millionen Euro erbracht, der zunächst in die Rücklagen fließt.

Bild: Huber
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Interessant auch: Die Kämmerin weiß noch gar nicht genau, wo die Überschüsse herkommen. "Wir müssen das noch genauer analysieren." Gegenüber dem "Neuen Tag" aber teilte sie mit, dass querbeet durch alle Bereiche sehr sorgsam mit den Finanzen umgegangen worden sei. Auch bei den Personalkosten konnte wohl eine Million Euro eingespart werden. Mit ein Grund könnte nach Meinung von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß sein, dass die Zahl der Flüchtlinge in Weiden von rund 700 auf unter 500 zurückgegangen sei. Zudem, so Taubmann, habe sich die Einnahmenseite durch Zuweisungen des Staates verbessert.

Erstmals in seiner fast zehnjährigen Amtszeit, so der OB weiter, sei es gelungen, so ein dickes Polster zu erwirtschaften. Er warnte aber auch vor der Versuchung, das Geld "gleich wieder zu verschenken". Die Konsolidierung des Haushalts müsse fortgesetzt, dringende Investitionen in Angriff genommen werden. "Wir bleiben bei den kreisfreien Städten ja trotzdem im hinteren Drittel."

"Ganz lange im Gedächtnis bleiben" wird der Haushalt 2016 dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Roland Richter. Der sei zunächst nicht einstimmig verabschiedet worden, sei in der Weihnachtssitzung 2015 sogar gefährdet gewesen. "Und jetzt verschafft er uns diesen Spielraum." Richter sprach von einem guten Tag für die Stadt und für den Finanzausschuss. Man müsse an Tilgung und Investitionen denken.

Mit dem Ergebnis nicht gerechnet hat CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch. "Wir müssen das genau analysieren." Aber er freue sich, dass sich Konsolidierung lohnt. Was tun mit dem Geld? Pausch sieht noch Bedarf beim Schuldenabbau. "Amberg hat nur die Hälfte." Man dürfe nicht zu hübsch werden, warnte Reinhold Wildenauer (Bürgerliste). Sonst gefährde man noch Stabilisierungshilfe und Zuschüsse. Karl Bärnklau, Grünen-Fraktionschef, monierte, dass man es bisher nicht geschafft habe, den Investitionsstau abzubauen.

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