19.02.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Altenpflegerinnen disktutieren mit CSU-Politikern Wir lieben diesen Beruf

Die Altenpflege leidet darunter, dass sie in der Öffentlichkeit nicht gerade das beste Image hat. Andererseits identifizieren sich die Pflegekräfte stärker mit ihrem Beruf als dies viele andere tun. Beim Pflegetreff wurde dies ausführlich diskutiert.

Altenpflegerinnen des BRK-Seniorenheims schildern dem Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht und CSU-Landtagskandidaten Stephan Oetzinger (rechte Seite, Zweiter und Dritter von rechts) ihre Sorgen. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Politischer März" hatte Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht zu einem Pflegetreff in das BRK-Seniorenheim in Weiden eingeladen. Mit dabei war auch CSU-Landtagskandidat Stephan Oetzinger. Zur Diskussion über aktuelle Fragen der Altenpflege waren Pflegekräfte aus dem BRK-Seniorenheim sowie die dortige Heim- und Pflegedienstleitung sowie Vertreter des BRK-Kreisverbands Weiden-Neustadt gekommen.

Wunsch nach mehr Zeit

"Was sind die größten Sorgen in der Altenpflege?", lautete die Frage an die Fachkräfte. Lange mussten die darüber nicht nachdenken. "Wir wollen einfach mehr Zeit für die alten Menschen haben", so der Tenor fast aller Wortmeldungen. Alte Menschen würden sehr schnell eine Beziehung zu den Pflegekräften aufbauen. Deswegen müsse man genügend Zeit haben, sich um sie zu kümmern.

Pflegedienstleiterin Christine Dippold fasste das Stimmungsbild zusammen: "Mehr Zeit zu haben, ist noch wichtiger als mehr Geld, denn wir lieben diesen Beruf." Dennoch schlug Heimleiter Ludwig Kreutzer vor: "Sinnvoll wäre die Angleichung der Gehälter in der Altenpflege an diejenigen in der Krankenpflege." Das würde die Attraktivität des Berufs für den Nachwuchs steigern.

Dass das Ansehen des Altenpflegeberufs in der Öffentlichkeit unbedingt verbessert werden müsse, war ebenfalls übereinstimmende Meinung aller Pflegekräfte. Ideen wurden gesucht, wie dies besser gelingen könne. "Am Geld kann es nicht liegen, denn zumindest wir hier im BRK-Seniorenheim verdienen gutes Geld", lautete eine Meinung aus der Gruppe der Altenpflegerinnen. Pflegedienstleiterin Dippold hob hervor, dass moderne Hilfsmittel in der Pflege vieles verbessert hätten, was jedoch in der Öffentlichkeit viel zu wenig wahrgenommen werde. Rupprecht dazu: "Die Diskrepanz zwischen dem, was Pflegekräfte über ihren Beruf sagen und was in der Öffentlichkeit über den Beruf gedacht wird, ist krass."

Sorgen machen sich die Altenpflegerinnen nach wie vor über "zu viel Dokumentationspflichten", die teils vom Gesetzgeber, teils auch vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) verlangt würden. Das neue "Laumann-Modell" habe zwar vieles verbessert, "aber was bleibt, ist oft noch immer realitätsfern", sagte Dippold. "Wir sind doch gelernte Fachkräfte. Warum vertraut man uns nicht mehr?", fragte eine Pflegekraft. Einig waren sich alle Altenpfleger in der Ablehnung der neuen generalistischen Pflegeausbildung. Eine Krankenpflegerin hätte etwa nicht ausreichend den Umgang mit Demenzkranken gelernt.

Verbesserungen in Sicht

Von seinen positiven Erfahrungen im einwöchigen Praktikum im BRK-Seniorenheim berichtete der neue BRK-Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer. Der bisherige BRK-Kreisgeschäftsführer Franz Rath erinnerte im Zusammenhang mit Reformen daran: "Alles muss jemand bezahlen." Bei den Reformen müsse daran gedacht werden, dass bundesweite Angleichungen in Anbetracht besserer Regelungen in Bayern nicht zu einer Verschlechterung im Freistaat führen dürften.

Bundestagsabgeordneter Rupprecht zitierte aus dem "Sofortprogramm Pflege" in der neuen Koalitionsvereinbarung. Unter anderem sei dort ein verbesserter Personalschlüssel in der Pflege vorgesehen. So sagte er: "Ich bin guter Dinge, dass einige Verbesserungen kommen werden."

Die Diskrepanz zwischen dem, was Pflegekräfte über ihren Beruf sagen und was in der Öffentlichkeit über den Beruf gedacht wird, ist krass.Albert Rupprecht, CSU-Bundestagsabgeordneter

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