13.03.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Amt für Soziales und Integration kümmert sich um Obdachlosigkeit Alles aus einer Hand

Das Thema Obdachlosigkeit betrifft auch die Stadt Weiden. Momentan müssen Obdachlose verschiedene Ämter besuchen, damit ihr Fall bearbeitet wird. Das ändert sich aber jetzt.

Alle Fäden der Arbeit zum Thema Obdachlosigkeit sollen künftig im Amt für Soziales und Integration zusammenlaufen. Bild: Schönberger
von ​Tina Sandmann Kontakt Profil

"Die Obdachlosen müssen momentan zwischen verschiedenen Ämtern hin und her wandern", sagte Beatrix Stiegler vom Sozialamt im Ausschuss für Jugendhilfe und soziale Fragen. Der Grund: Die Sachbearbeitung zum Thema Obdachlosigkeit erfolgt derzeit in verschiedenen Ämtern. Das Amt für öffentliche Ordnung stellt die Obdachlosigkeit fest, das Amt für Hochbau und Gebäudemanagement weist eine Unterkunft zu.

"Das können entweder die Schustermooslohe, einige private Wohnungen oder die Unterkunft für Frauen in der Marienbader Straße sein", so Stiegler. Vor Ort bekommen die Betroffenen teilweise Hilfe über die "Initiative". Künftig soll sich das ändern: Alle Fäden sollen im Amt für Soziales und Integration zusammenlaufen. Das Thema soll zentral bei einem Sacharbeiter gebündelt werden.

Die Feststellung der Obdachlosigkeit und die Zuweisung zu einer Unterkunft regelt ein Sachbearbeiter. Die "Initiative" hilft weiter bei der Bewältigung der Lebenssituation. Dabei kooperiert der Verein mit der Stadt Weiden. Dazu solle eine Kooperationsvereinbarung mit einer Kostenregelung geschlossen werden, die derzeit noch bearbeitet wird, betonte Stiegler. "Der 'Initiative' soll eine Pro-Kopf-Pauschale für jede betreute Person bezahlt werden." Das Amt für Soziales erstelle derzeit eine Satzung über die Unterbringung und eine Gebührensatzung. Auch die Bewirtschaftung der Haushaltsstellen für den laufenden Unterhalt sowie die Haushaltsstellen für die Energiekosten aus dem Hochbauamt sollen auf das Sozialamt übergehen. "Die Betroffenen haben künftig nur noch einen Ansprechpartner. Und der arbeitet eng mit der 'Initiative' zusammen. Dadurch soll das Problem der Obdachlosigkeit zeitlich begrenzt gehalten werden und präventiv gearbeitet werden", sagte Beatrix Stiegler. Der Aufgabenbereich wird beim Sozialamt bei der Stelle Bewirtschaftung der dezentralen Unterkünfte für Asylbewerber angesiedelt. "Da erwarten wir Synergieeffekte, denn die Arbeit betrifft teilweise den gleichen Personenkreis und die gleichen Probleme."

"Die 'Initiative' leistet seit langem gute Arbeit. Jetzt freuen wir uns sehr, dass ab sofort nur eine Stelle zuständig ist. Das ist eine Erleichterung. Ich hoffe, dass das alle betrifft, auch die kurzfristig Obdachlosen", sagte SPD-Stadtrat Florian Graf.

Ursula Barrois von der "Initiative" bedankte sich: "Das war ein langgehegter Wunsch von uns, dass sich ein Amt konzentriert kümmert." Dadurch könne die Stadt die Obdachlosigkeit auf einen modernen Weg bringen. "Wir können mit einem gemeinsamen Konzept in die Zukunft gehen." Es gebe viel Abstimmungsbedarf. "Wenn es einmal eingespurt ist, ist das eine große Erleichterung für Stadt und 'Initiative'", sagte Barrois. Bürgermeister Lothar Höher lobte das Engagement von Barrois: "Auch wenn die Stadt viel tut, ohne die Initiative wäre vieles nicht möglich gewesen."

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