23.02.2017 - 16:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ausschuss sieht Bedarf für Krippe in Rothenstadt "Nichts spruchreif"

Eine Kinderkrippe in Rothenstadt? Gute Idee, meint ein Bürger. Gute Idee, befindet auch der Jugendhilfeausschuss. Gebaut wird sie so schnell aber noch nicht.

von Franz Kurz Kontakt Profil

Die Zahl, sagt Jugendamtsleiterin Bärbel Otto, "hat uns auch überrascht". 61 Kinder im Krippenalter gibt es derzeit in Rothenstadt, Ullersricht und Mallersricht. Was es im Süden von Weiden nicht gibt, ist eine Krippe. Noch nicht.

Otto ließ die Zahl ermitteln, nachdem ein Rothenstädter Bürger bei ihr vorstellig geworden war. Er hatte den Kauf eines Grundstücks im Stadtteil ins Auge gefasst und gefragt, ob eine Krippe hier sinnvoll sein könne (wir berichteten), die dann ein Träger übernehmen könnte. Die Antwort hat nun der Jugendhilfeausschuss gegeben - einstimmig bejahten die Mitglieder den Bedarf für eine Krippengruppe mit zwölf Kindern. Gründe fanden sich mehrere. So entstehen zwar anderswo im Stadtgebiet derzeit 60 neue Plätze. Der aktuelle Bedarf liegt aber bei 72. Außerdem, so Otto, stelle sich die Frage, warum die vielen Eltern aus Rothenstadt und Umgebung weite Wege zu den Krippen auf sich nehmen müssen.

"Ein Denkanstoß"

Ähnlich sieht es auch der Mann mit der Anfrage. Eine Krippe in Rothenstadt wäre zudem ein Beitrag zur Stadtentwicklung im Süden, sagt er. Nur: Offen ist trotzdem, ob sie gebaut wird. "Zurzeit ist überhaupt nichts spruchreif." Auf dem Grundstück neben der Schule, das er ursprünglich anvisiert hatte, werde es vorerst jedenfalls nichts. Als er die Idee, die ursprünglich vom CSU-Ortsverband stamme, im vergangenen Jahr formuliert hatte, habe es noch Förderungen gegeben. Die seien inzwischen ausgelaufen. Für den Grund habe er inzwischen andere Pläne, weshalb er seinen Namen nicht in der Zeitung lesen wolle. Trotzdem sei seine Anfrage wichtig - und zwar als "ein Denkanstoß". Denn nun sei der Bedarf geprüft worden, als Nächstes könnte das Amt prüfen, welche Fördermöglichkeiten aktuell bestehen. Passen auch die, fänden sich gewiss ein Träger und ein Grundstück - sei es nun seines oder ein anderes. Ihm sei vor allem wichtig gewesen, die Idee weiterzugeben.

Ideen für die Kinderbetreuung in der Stadt braucht es auch sonst. Zwar betonte Amtsleiterin Otto im Jugendhilfeausschuss, dass sich noch für jedes Kind ein Platz gefunden habe. Gleichzeitig ist aber auch bei der Tagespflege die Nachfrage höher als das Angebot. Und daran wird sich so schnell nichts ändern: Denn derzeit will sich niemand zur Tagesmutter ausbilden lassen. Laut Otto haben kürzlich drei Personen ihren Qualifizierungskurs wieder abgebrochen.

Auch bei den über Dreijährigen gibt es eine Lücke: Derzeit fehlen 3 Kindergartengruppen á 25 Plätze. Zudem könnte der Bedarf noch steigen: durch Familiennachzug von Flüchtlingen und durch mehr Integrationskinder, also Kinder, die intensivere Förderung brauchen.

Kindergärten: Lösung naht

Nur etwas Abhilfe wird der Waldkindergarten bringen, der spätestens im September mit 24 Kindern starten wird. Daneben haben fünf weitere Träger dem Amt ihr Interesse signalisiert, weitere Kindergartenplätze zu schaffen. Die konkrete Planung stockt aber, weil die Staatsregierung die mögliche Förderung noch nicht bekanntgegeben hat. Für die Stadt bedeutet das: "Wir haben eine Überbrückungszeit", wie Otto erklärte. Allerdings sei sie zuversichtlich, dass sich hier bald "eine Lösung auftun wird". Näheres könne sie aber noch nicht sagen, weil der entsprechende Antrag noch nicht gestellt sei.

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