04.09.2017 - 19:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Benedikt Grimm (Junge Union) und Sebastian Dippold (Jusos) diskutieren über das TV-Duell Jung-Politiker überraschend einig über TV-Duell

Weiden/Neustadt/WN. Sonntagabend, Tatortzeit. An diesem Sonntag allerdings schauen viele Zuschauer stattdessen das TV-Duell zwischen Angela Merkel und ihrem Herausforderer Martin Schulz. So auch Benedikt Grimm, stellvertretender Vorsitzender der Jungen Union Neustadt/WN, und Sebastian Dippold, Vorsitzender der Jusos Neustadt/WN. Wir haben sie eingeladen, während der Ausstrahlung über das TV-Duell zu diskutieren. Überraschend fällt dabei das Fazit der beiden Jung-Politiker über ihren Sieger des Duells aus.

Benedikt Grimm (Junge Union, links) und Sebastian Dippold (Jusos) haben das TV-Duell von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Martin Schulz gemeinsam angeschaut und live kommentiert. Bild: Julia Hammer
von Sonja Kaute Kontakt Profil

Lange Zeit diskutieren Merkel und Schulz über das Thema Migration. Sebastian Dippold kritisiert im Zusammenhang mit diesem Thema, dass Nichtregierungsorganisationen (NGO) zum Beispiel vor der Küste Libyens nicht mehr bei der Rettung von Flüchtlingen helfen dürften. "Es ist aber sinnvoller, wenn die Flüchtlinge direkt vor der Grenze aufgehalten oder gerettet werden", hält Benedikt Grimm dagegen. Schließlich sei die Zahl der Todesopfer im Mittelmeer nachweislich zurückgegangen. Grimm wirft den NGO vor, Teil des Problems zu sein: "Eben weil die im Meer unterwegs sind, kommen ja die Flüchtlinge und schicken die Schlepper sie raus aufs Meer." Sebastian Dippold dazu mit Verweis auf die Lage in dem Land, das noch vor Kurzem im Bürgerkrieg war: "Die Frage ist: Steigen für die gesunkenen Todeszahlen im Mittelmeer in den libyschen Gefängnissen die Todeszahlen?"

Im TV diskutieren Merkel und Schulz auch über die Zurückhaltung einiger Länder bei der Flüchtlingsfrage. Schulz kritisiert, dass nicht alle EU-Staaten die Aufgaben gemeinsam schultern. Dippold zeigt klare Kante und plädiert dafür, Länder, die nicht für EU-Werte stehen, aus der EU rauszuwerfen: "Du kannst ja nicht in einer Mannschaft spielen und dann sagen ,Das ist mir aber alles wurscht'." Grimm kontert, mit Rauswürfen riskiere man das ganze Projekt Europäische Union. "Aber du riskierst das Projekt EU auch, wenn die Werte nicht geteilt werden", argumentiert Dippold. Kontrovers diskutieren Dippold und Grimm auch bei der Frage zum Umgang mit der Türkei und Donald Trump.

Am Ende des Duells ziehen sie jedoch ein überraschend übereinstimmendes Fazit: Der Sieg des Duells ginge als Punktsieg an Martin Schulz. Dazu lässt sich sogar Benedikt Grimm hinreißen. Auch, weil Schulz emotionaler argumentiert. Ob das reicht, um Kanzler zu werden, werde man am 24. September sehen.

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