21.03.2018 - 18:30 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Beschäftigte im Öffentlichen Dienst streiken "Ohne uns läuft nichts"

In der Thermenwelt, am Bauhof und in der Agentur für Arbeit ruhen am Mittwoch die Arbeiten. Rund 130 städtische Bedienstete beteiligen sich am ganztägigen Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hat.

Lautstark ziehen die Streikenden durch die Altstadt. Bild: Hladik
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Lautstark verschaffen sich die Teilnehmer Gehör, als sie mit Trillerpfeifen und Transparenten durch die Innenstadt zum Neuen Rathaus ziehen und dabei immer wieder "Wir sind es wert" skandieren. Vor dem Rathaus fand am Mittwoch die Abschlusskundgebung statt. Neben Beschäftigten der Stadt Weiden (und aus Tirschenreuth), der Stadtwerke Weiden und der Agentur für Arbeit, unterstützten auch Arbeitnehmer der Kliniken Nordoberpfalz AG, des Klinikums Weiden und der Sparkasse Oberpfalz Nord die Aktion mit einer "aktiven Mittagspause".

"Der Streik ist unsere Antwort", sagte Fachbereichssekretärin Kathrin Birner. "Wir müssen zusammenhalten und den Arbeitgebern ganz klar die Rote Karte zeigen." Diese hätten sich auch nach der zweiten Verhandlungsrunde in Potsdam noch kein Stück bewegt und die Forderungen von Verdi als "unsinnig" abgetan. Die Gewerkschaft fordert in den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen 6 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 12 Monaten, mindestens aber 200 Euro. Die Azubis sollen 100 Euro mehr erhalten.

"Unmöglich" findet es Dagmar Nachtigall, Mitglied der Bundestarifkommission, wie mit den Beschäftigten der Sparkassen umgegangen wird. "Sie sollen nach dem Willen der Arbeitgeber vom Öffentlichen Dienst abgekoppelt werden, weil es den Sparkassen so schlecht geht. Wenn wir eine Tariferhöhung durchsetzen, dann wird diese den Sparkassenmitarbeitern an anderer Stelle wieder abgezogen. Eine Frechheit", so Nachtigall. Fast 1000 Beschäftigte nahmen seit Montag an den Warnstreiks in der Oberpfalz teil. "Wenn sich die Arbeitgeber nicht bewegen, dann setzen wir nach den Osterferien noch eins drauf", kündigte Verdi-Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner weitere Aktionen an. Man werde nicht klein beigeben.

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Mehr Bilder zum Streik im Netz unter: www.onetz.de/bildergalerie

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