27.03.2018 - 18:14 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Bündnis Hamelner Erklärung e.V. gründet Ausschuss Südost-Link Interessen zu Stromtrassen bündeln

Weiden/Neustadt/Tirschenreuth. Jetzt ist mit dem Südost-Link ein weiteres Schwerpunktthema in den Fokus des Vereins Bündnis "Hamelner Erklärung" gerückt. Damit knüpft es an den bereits bestehenden Ausschuss Süd-Link an. Dem gehören im ersten Schritt die Landkreise Tirschenreuth, Hof, Schwandorf, Regensburg und Neustadt sowie die Stadt Weiden an. Den Vorsitz übernimmt der Hofer Landrat Oliver Bär, Stellvertreter ist sein Neustädter Kollege Andreas Meier.

von Externer BeitragProfil

Der Südost-Link soll wie der Süd-Link als Höchstspannungs-Gleichstromleitung mit den Endpunkten Wolmirstadt und Isar verlegt werden. Die Leitung verläuft hauptsächlich in Bayern und Thüringen. Das Verfahren weist etliche Parallelen zum Süd-Link auf, und wie dieser soll auch der Südost-Link als Erdkabeltrasse ausgeführt werden. Nach Gesprächen in Neustadt mit Vertretern des Bündnisses "Hamelner Erklärung" entschlossen sich die bayerischen Kreise, ihre Interessen über einen Ausschuss im Verein zu vertreten. "Das Bündnis hat gute Arbeit geleistet, die allen potenziell betroffenen Regionen zugute kommt. Wir wollen Einfluss auf die Planungen nehmen, die aus unserer Sicht alles andere als ausgegoren sind", erläutert Bär.

Der Vorsitzende des Ausschusses Süd-Link, Landrat Thomas Bold (Bad Kissingen), freut sich über die Verstärkung. "Die Verfahren laufen in weiten Teilen parallel, und wir können mit gebündelter Stärke mit den Vorhabenträgern und der Bundesnetzagentur unsere Interessen positionieren." (Hintergrund)

Hintergrund

Das Landkreis-Bündnis "Hamelner Erklärung" steht für eine innovative Form der überregionalen Zusammenarbeit. Es entstand aus der bundesländerübergreifenden Betroffenheit in vielen Landkreisen durch den von den Übertragungsnetzbetreibern Tennet TSO und TransnetBW geplanten Korridor zum Bau von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitungen (HGÜ) im Zuge des Netzentwicklungsplans durch die Bundesrepublik Deutschland.

Über 20 Landkreise und Regionen aus Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern unterzeichneten im Dezember 2014 gemeinsam die "Hamelner Erklärung". Die Zusammensetzung des Bündnisses über Länder- und Parteigrenzen hinaus ist in dieser Form bisher einmalig und hat sich bereits gelohnt. Sie führte bei der Planung des Süd-Links ganz schnell dazu, dass die Meinungen des breiten Bündnisses umfassend Gehör gefunden haben.

Nicht zuletzt dem Bündnis der "Hamelner Erklärung" ist es zu verdanken, dass die Bundesnetzagentur den ersten Antrag der Übertragungsnetzbereiber zurückgewiesen hat und heute der Erdkabelvorrang gesetzlich geregelt ist. (exb)

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