15.03.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bund Naturschutz besichtigt ausgewiesenen Standort an B 22 Zu wenig Wind für Windkraft

Bis zu vier Windkraftanlagen könnten laut dem Regionalplan für Windenergie östlich der B 22, nahe dem Butterhof, entstehen. Doch nach Ansicht des Bundes Naturschutz ist die Windhöffigkeit dort viel zu gering.

Etwa 200 Meter links vom Parkplatz an der B 22, zwischen dem Butterhof und der Abzweigung nach Mitterhöll, liegt der ausgewiesene Standort des Regionalplans für Windenergie, den der Bund Naturschutz besichtigte und der nach Experteneinschätzung zu wenig Windhöffigkeit aufweist. Bild: rdo
von Autor rdoProfil

(rdo) Konkret weist der Regionalplan Oberpfalz Nord für Windenergie an der B 22, zwischen Butterhof und der Abzweigung nach Mitterhöll, einen Standort für bis zu vier Windkraftanlagen aus. Anlass für den Bund Naturschutz unter Federführung von zweitem Vorsitzenden Hans Babl, das Gebiet bei einer Ortsbegehung unter die Lupe zu nehmen.

Babl freute sich, dass zu der Ortsbegehung nicht nur Mitglieder, sondern auch Anwohner der Rennerhöhe gekommen waren. sowie die BN-Vorsitzende Sonja Schuhmacher. Der Fußmarsch, an dem sich auch Schuhmacher beteiligte, führte vorbei am "Roten Bergl", wie das Gebiet im Volksmund heißt, und dann links auf einem befestigten Forstweg abwärts. Hans Babl schätzte den verlorenen Höhenunterschied für den angegebenen Standort bis zur B 22 auf 50 Meter ein. Hinzu komme der Höhenverlust durch den 30 Meter hohen Baumbestand im Wald. Zur Siedlung nach Schirmitz sind es 1200 Meter Abstand und nach Weiden 2000 Meter, ergab eine GPS-Messung. Als geeigneter Windkraftstandort wären im Raum Weiden lediglich die wegen des Vorkommens des Schwarzstorchs abgelehnten Letzauer Höhen in Frage gekommen, erläuterte Hans Babl.

Als Fachmann für Windanlagenbau stieß Klaus Bergmann hinzu, der seit 2005 als akkreditierter Wind-Gutachter in einem Weidener Büro arbeitet und sich seit 1989 mit Windanlagen befasst. Er nannte den Regionalplan Windenergie einen Verhinderungsplan für Windanlagen. Die möglichen Standorte ergäben sich zufällig nach Abstands- und Naturschutzkriterien und hätten nichts mit der Windhöffigkeit zu tun. Außerdem sei die 10H-Abstandsregelung zur Wohnbebauung in den Regionalplan nicht eingeflossen.

Jeder Höhenmeter zählt

Eine Windmessung auf Probe mit Masten von 100 bis 120 Meter Nabenhöhe koste 150 000 Euro und eine anerkannte lasergestützte LiDAR-Messung rund 100 000 Euro. Die Chancen bei diesem Standort schätzte der Experte bei der derzeit verfügbaren Technik gleich null ein, denn jeder Höhenmeter zähle.

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