03.02.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles in Europa-Berufsschule Bild des modernen Arbeitens

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles spricht an der Europa-Berufsschule über die Zukunft des Arbeitens. Die biete neue Möglichkeiten.

von Julian Trager Kontakt Profil

Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch, Initiator der Veranstaltung, erklärte in seiner Begrüßung, wie wichtig das Thema "Arbeiten 4.0" ist. Besonders für Berufsschüler, weswegen er sich freute, diesen Vortrag in der Europa-Berufsschule holen zu können. Kurt Seggewiß nannte die Digitalisierung der Arbeitswelt in seinem Grußwort "eine Chance für die Menschen".

Damit sprach der Oberbürgermeister genau das an, was Ministerin Andrea Nahles mit ihrem Vortrag erreichen wollte: die Veränderungen des modernen Arbeitens positiv sehen. Eine der zentralen Fragen ist für Nahles, ob die Digitalisierung das Ende der Arbeit bedeute. Denn das fürchte der Deutsche, der zu apokalyptischen Gedanken neige, sagte die Bundesministerin. Auf ihre eigene Frage antwortete sie trotzig: "Nein, auch dieses Mal ist das nicht das Ende der Arbeit, sorry."

Schüler gewinnen

Die Tätigkeiten würden sich verändern, aber nicht die Berufe. Die Sorgen und Ängste seien aber berechtigt. Nur: "Wir dürfen die Menschen nicht alleine lassen." Das fange in der Schule an, hier müsse man den Schülern zeigen, wie man mit den neuen Technologien arbeitet. "Wir wollen eine Qualifizierungsoffensive machen", sagte Nahles. "Wir müssen den Strukturwandel gestalten, bevor das Kind in den Brunnen fällt." Immer wieder fütterte Nahles ihre Rede mit Anekdoten aus ihrem Leben. "Mein Opa war Schmied, seine Schmiede war direkt neben dem Haus. Er hat mittags immer schnell gegessen, weil das Feuer sonst ausging." Bei ihm hätten Leben und Arbeit eine Einheit dargestellt. Das sei in den nächsten Generationen nicht mehr so gewesen, Leben und Arbeit war getrennt. Das verändere sich nun erneut: "Arbeit und Leben kommen wieder zusammen. Man kann die Arbeit jetzt überall mit hinnehmen."

Bleibt die Frage nach dem Arbeitsschutz. Wie das klappen soll, sei noch nicht zu Hundert Prozent beantwortet, gibt Nahles zu. In Zukunft sei vor allem die Selbstbestimmung von Bedeutung, sagt sie. "Ich lebe das als Mutter einer sechsjährigen Tochter und Ministerin vor." Jeden Montag arbeite sie von zu Hause aus. "Es gibt diese Möglichkeiten." Seitdem sie sich für dieses Modell entschieden hat, würden rund 27 Prozent mehr Mitarbeiter des Arbeitsministeriums von daheim aus arbeiten. "Und unser Haus ist super produktiv."

"Notfalls verschulden"

Nach ihrem Vortrag stellte sich die SPD-Politikerin zusammen mit ihren Parteifreunden Grötsch, Seggewiß und Marianne Schieder den Fragen des Publikums. Zum Thema Schulinvestitionen erklärte Nahles, dass sie da wenig tun könne: "Die Länder sind dafür zuständig. Wir können wegen des Kooperationsverbots nicht helfen. Was ein Quatsch." Kurt Seggewiß sprang in die Bresche: "Wir werden uns notfalls verschulden, damit die Schulmittel auch den neuen Anforderungen entsprechen."

Zum Abschluss zeigten zwei Schüler aus der internationalen Förderklasse der Berufsschule, wie "Arbeiten 4.0 für Dolmetscher " aussehen kann. Dabei begrüßte eine junge Dame die Ministerin auf Arabisch, ein junger Mann übersetzte per Video.

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