07.12.2017 - 21:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bundesparteitag der Sozialdemokraten Zwei wichtige Wahlergebnisse stärken Martin Schulz

Ein bedeutsamer Etappensieg für Martin Schulz beim SPD-Parteitag: Der bereits angezählte Vorsitzende schaffte es, seinen abrupten Kurswechsel hin zu einer Groko den Delegierten einigermaßen plausibel zu verklickern, damit ihre Zustimmung für "ergebnisoffene Gespräche" mit der Union und ein respektables Wahlergebnis zu erhalten.

von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Martin Schulz ist nicht die Ursache für den Niedergang der SPD als Volkspartei. Der Verlust von rund der Hälfte der Wählerstimmen für die Sozialdemokraten innerhalb von zwei Jahrzehnten ist auch nur bedingt den damaligen Kanzlerkandidaten anzulasten. Die SPD hinkt den gesellschaftlichen Mega-Trends hinterher. Nicht ohne Grund verliert sie an Linke und Grüne sowie neuerdings an die AfD. Schulz soll den inhaltlichen Brückenschlag zwischen den ökonomischen Gewinnern der digital-mobilen Welt und den sozial Abgehängten bewältigen. Und gleichzeitig den Einstieg in eine neue Groko so bewerkstelligen, dass das Verlangen nach Selbstfindung in der Opposition von einem "Maximum an sozialdemokratischer Politik" ausgestochen wird.

Bei einer weiteren Groko liegt allerdings der Weg zwischen sozialdemokratischem Harakiri (und damit weiter Verzwergung) und der Chance auf ein Comeback dicht am Abgrund.

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