19.01.2017 - 20:58 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bundeswehr: Einsatz in Litauen bei "Enhanced Forward Presence" Panzergrenadiere aus Oberviechtach verabschieden sich

Die eisigen Temperaturen zu Hause stimmen die Panzergrenadiere aus Oberviechtach schon auf das Klima ihres Einsatzes an der Nato-Ostflanke ein. Sie gehen mit Belgiern, Niederländern und Norwegern nach Litauen.

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Mit einem feierlichen Appell hat sich das Panzergrenadierbataillon 122 in Oberviechtach (Kreis Schwandorf) am Donnerstagnachmittag von der Heimat verabschiedet. Die Oberviechtacher stellen den ersten deutschen Heeresverband, der im Zuge der militärischen Verstärkung der Nato-Ostflanke in Rukla in Litauen stationiert wird. Auf dem Warschauer Gipfel im Sommer hatte die Nato die Aufstellung der je rund 1000 Mann starken Kampfgruppen (Battlegroups) in Polen, Lettland, Estland und Litauen beschlossen. Die Verbände der Nato-Operation "Enhanced Forward Presence" (Erweiterte vorgeschobene Präsenz) werden alle sechs Monate getauscht.

Eiskaltes Winterwetter

Bei strahlenden Sonnenschein, aber eiskaltem Winterwetter - ein Vorgeschmack auf die Temperaturen im Baltikum - marschierten rund 400 Soldaten aus drei Nationen nach dem ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer vom Oberviechtacher Marktplatz zum Appell im Jahnstadion. Unter den Gästen waren unter anderem Bürgermeister Heinz Weigl, der Kommandeur Einsatz und Stellvertretender Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Carsten Jacobson und der Kommandeur des Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" aus Amberg, Oberst Jörg See. Dem Verband sind die Oberviechtacher unterstellt. Unterstützt werden die Panzergrenadiere bei ihrem sechsmonatigem Einsatz in Litauen von Soldaten des Versorgungsbataillons 4 aus Roding, des Panzerpionierbataillons 4 aus Bogen und des Panzerbataillons 104 aus Pfreimd (Kreis Schwandorf) - ebenfalls Verbände der Panzerbrigade 12. Zudem gehen Sanitätskräfte aus Kümmersbruck (Kreis Amberg-Sulzbach) und Soldaten vom Artilleriebataillon 131 in Weiden mit ins Baltikum. Weitere Soldaten kommen aus den Niederlanden und Belgien, die ebenfalls zum Appell gekommen waren. In Rukla stoßen noch Norweger dazu.

"Für uns als Bataillon und alle Soldaten des Verbandes ist dies eine großartige Aufgabe. Wir sind stolz, ein Zeichen der Entschlossenheit zu setzen, und freuen uns mit diesem Auftrag, unseren Beitrag zum Nato-Bündnis zu leisten", sagt Oberstleutnant Huber. Weil Deutschland in Litauen die Führungsrolle übernommen hat, ist der Offizier der erste Kommandeur der Nato-Battlegroup im Militärlager Rukla. Sein Stellvertreter ist ein Niederländer.

Übungen mit Litauern

Zu Beginn der nächsten Woche fliegen die ersten Deutschen nach Litauen. Material und Ausrüstung - rund 120 Container und rund 200 Fahrzeuge, darunter 20 Schützenpanzer vom Typ "Marder" und sechs Kampfpanzer vom Typ "Leopard", werden per Bahn ins Baltikum gebracht. Im März soll der Verband im Militärlager Rukla 100 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Vilnius im Südosten des Landes einsatzbereit sein. Ihre Aufgabe: mit der dort stationierten litauischen Brigade üben. Ende Juli sollen die Oberpfälzer durch den nächsten Bundeswehrverband abgelöst werden.

Im Bundestag wurde am Donnerstag der Einsatz in einer aktuellen Stunde diskutiert. Die Linke warf der Nato aggressives Verhalten und eine "Eskalation mit Russland" vor. Vertreter von Union, SPD und Grünen verteidigten die Stationierung.

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