Claudia Roth bekommt spezielle Stadtführung
Weiden sieht Roth

"Was ist das?" Claudia Roth (Vierte von links) zeigt sich als interessierte Weiden-Besucherin. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß sowie Agnes Scharnetzky, Veit Wagner (von links) und Gisela Helgath (Zweite von rechts) von den Grünen klären auf. Bild: Schönberger
Politik
Weiden in der Oberpfalz
23.08.2017
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Ist das nicht ...? Das ist doch ...? Claudia Roth! Überraschung in Weiden. Plötzlich schlendert die Grünen-Politikerin durch die Gassen. Auf dem Weg in den Weltladen erhält sie eine spezielle Stadtführung.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß hätte auch Fremdenführer werden können. Stadtmauer, Marienbad-Platz, Altes Rathaus, Michaelskirche, Stadtarchiv, die "Jugendstilkirche" St. Josef. Das frühere Richterhaus, "wo der Richter im Keller foltern ließ". Seggewiß erklärt und erzählt Anekdoten. Sein prominenter Gast horcht aufmerksam, zeigt sich beeindruckt: "Eine schön hergerichtete Altstadt." Claudia Roth präsentiert sich in Weiden, wie man sie aus dem Fernsehen kennt: humorvoll, meinungsstark - und in bunter Kleidung. Eine Frau, die auffällt. Die meisten Menschen schauen genau hin, als sie der prominenten Politikerin über den Weg laufen. Machen große Augen, tuscheln mit ihren Begleitern oder grinsen, als hätten sie eine große Entdeckung gemacht.

Drei Stationen

Für Roth ist der Besuch in Weiden eine der ersten Wahlkampfveranstaltungen 2017. Das Programm: Neues Rathaus, Empfang beim Oberbürgermeister; Weltladen, Kaffeetrinken; Keramikmuseum. Begleitet wird sie von einer Politiker-Kolonne der Grünen. Unter anderem dabei: die Weidener Bundestagsdirektkandidatin Gisela Helgath und Landtagsabgeordneter Jürgen Mistol.

Beim Empfang im Rathaus erinnert Oberbürgermeister Seggewiß an eine frühere Begegnung mit der Spitzenpolitikerin. Anfang der Neunziger hätten beide im selben Zugabteil gesessen. Seggewiß habe sie angesprochen, sie hätten kurz geplaudert. Der OB zitiert ganze Sätze, Roth zieht die Augenbrauen nach oben - keine Erinnerung. Das Gespräch im kleinen Sitzungssaal vergisst sie vermutlich nicht. Eine Weiden-Tasse soll sie daran erinnern. Das Geschenk scheint ihr zu gefallen. "Elegant. Das freut mich sehr." Und es erinnert sie an ihre Mutter. "Eine Porzellan-Sammlerin." Von daher sei ihr Weiden schon früh ein Begriff gewesen. "Seltmann, Bauscher. Ich verknüpfe Weiden mit Porzellan." Mit Max Reger dagegen nicht. "Hat der auch etwas mit Weiden zu tun?", tritt die Vizepräsidentin des Bundestags ins Fettnäpfchen. Macht nichts, finden alle.

Hilfe für Kommunen

Über die ernsten Themen der Politik wird auch gesprochen.Seggewiß klärt über die aktuelle Lage der Stadt auf - und spricht einige Probleme an. Er wünsche sich vom Bund mehr Unterstützung für die Kommunen. Dabei renne er "offene Türen" bei den Grünen ein, sagt Roth. "Wir wollen die Kommunen unterstützen."

Im Weltladen plaudert Roth mit Verkaufsleiterin Annette Rösel. Die erklärt, dass die Laufkundschaft fehle. Man sei auf der Suche nach einem besseren Platz, um die fair gehandelten Bio-Produkte zu verkaufen. Bei Kaffee, Schokolade und Keksen wird auch über Fußball fachgesimpelt. Dabei kommt Claudia Roth aufs Bio-Essen zurück. Die ehemalige Bundesvorsitzende der Grünen erzählt von der Weltmeisterschaft der Frauen 2011 in Deutschland. "Theo Zwanziger (damals DFB-Chef, Anm. d. Red.) sagte zu mir: Jetzt willst du mir auch noch eine Bio-Currywurst andrehen." Hat geklappt: Bei dem Turnier gab es Bio-Produkte in den Stadien.
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