20.11.2017 - 20:44 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Cornelia Taubmann wird berufsmäßige Stadträtin Wahlerfolg für Kämmerin

Beifall brandet nur in der SPD-Ecke auf. Doch auch bemerkenswert viele Mitglieder anderer Fraktionen müssen Cornelia Taubmann gewählt haben: Mit einem 25:15-Votum wird die Kämmerin zur berufsmäßigen Stadträtin.

Die Stadträte stehen Schlange, um Cornelia Taubmann zur Wahl zu gratulieren. Besondere Freude herrscht bei der SPD (hier mit Matthias Holl, Mitte, und Gerald Bolleininger, links daneben). Bild: Lucas Meister
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Weiden. (rg) "Notfalls bis tief in die Nacht" will der Oberbürgermeister am Montag mit dem Stadtrat tagen, um alle Themen von der Tagesordnung zu tilgen. Tatsächlich beginnt die Sitzung zäh: Die Zuhörer müssen den Saal verlassen, weil die Räte zunächst nichtöffentlich über die Aufwertung der Stadtkämmerer-Stelle diskutieren wollen. Ein entsprechender Antrag von Karl Bärnklau (Grüne) fand eine 21:19-Mehrheit. Eine Dreiviertelstunde lang scheint es hinter verschlossenen Türen hitzig zur Sache zu gehen. Alles deutet auf eine knappe Entscheidung hin.

In geheimer Wahl fällt sie für die Kämmerin mit SPD-Parteibuch dann jedoch deutlicher aus als vermutet: Offenbar gesellen sich zu den 17 Genossen im Gremium 8 Befürworter aus anderen Fraktionen. Und dann stehen ausnahmslos alle an, um der sichtlich erleichterten Finanzexpertin zu gratulieren. Seggewiß betonte vorher das hohe Ansehen, das Taubmann in Bayern genieße. Beispielsweise mit dem Münchener und dem Nürnberger Kämmerer "spielt sie in einer Liga". Durch ihre Wahl als berufsmäßige Stadträtin bleibe sie dem Gremium auch in der ersten Hälfte der nächsten Legislaturperiode erhalten. Ihre Amtszeit beginnt am 1. Januar und dauert sechs Jahre.

Ob sie noch eine große Lösung für die Realschulen "erlebt" - einen Neubau oder eine Generalsanierung also -, ist mehr als fraglich. Zumindest die CSU geht davon aus, dass das Gebäude noch 10 bis 12 Jahre genutzt wird. Deshalb fordert Fraktionschef Wolfgang Pausch, dringende Maßnahmen wie eine neue Lüftungsanlage und eine Sanierung der Toiletten im Mitteltrakt schon im nächsten Jahr in Angriff zu nehmen: "Wir müssen am Gebäude was tun." Die nötigen Mittel seien dem 500 000-Euro-Etat abzuzwacken, mit dem das Bauamt eigentlich ein neues Konzept für eine größere Lösung austüfteln soll. Stefan Rank (Bürgerliste) stimmt zu: "Der Unterhalt ist über Jahre vernachlässigt worden."

"Die 500 000 bleiben, wo sie sind", erklärt dagegen SPD-Fraktionsvorsitzender Roland Richter. Schließlich, so ergänzt Seggewiß, sei Geld für Unterhalt und Reparaturen im Verwaltungshaushalt eingestellt - rund 60 000 Euro für beide Realschulen. "Sie bekommen alles Notwendige." Vertagt wird die Entscheidung um einen neuen öffentlichen Park, der bei der Seltmann-Villa entstehen könnte: Das Thema soll zunächst im Bauausschuss vorberaten werden.

Pfeif' auf den Kakadu

Ein Kakadu lieferte Cornelia Taubmann den Soundtrack zu einer Zitterpartie. Der Tag ihrer Wahl zur berufsmäßigen Stadträtin begann für die Kämmerin mit tierischen Songs aus dem Radio, verrät sie. "Als ich aufgestanden bin, habe ich Bayern 1 gehört." Ein Kakadu habe Melodien von Queen gepfiffen - darunter "Pain is so close to pleasure" (Schmerz und Vergnügen liegen nah beieinander). "Ich dachte mir, hoffentlich ist das kein schlechtes Omen." War es nicht. Neben den Dezernenten Hermann Hubmann (Soziales, Recht) und Oliver Seidel (Bau) ist Cornelia Taubmann nun die dritte berufsmäßige Stadträtin in Weiden. "We are the champions" hätte wohl besser gepasst. (rg)

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