13.10.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

CSU fühlt sich nach Nein zu Realschulneubau missverstanden Von wegen Rechenschwäche

Nein, die CSU ist nicht zu blöd zum Rechnen, betont Fraktionschef Wolfgang Pausch. Das Gegenteil sei der Fall. Deshalb habe seine Partei auch gegen den Neubau der Realschulen gestimmt. "Dabei bleiben wir. Wir halten die Sanierung für sinnvoller." Nur beginnen müsse sie bald.

Die CSU um Fraktionschef Wolfgang Pausch (Dritter von links) bleibt dabei: Die Realschulen sollen saniert und nicht neu gebaut werden. Bild: gsb
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Das fordern am Freitag Wolfgang Pausch mit Stephan Gollwitzer, Hans Blum, Alois Lukas, Karlheinz Beer und Dagmar Nachtigall bei einem Pressegespräch "bewusst nach den Etatberatungen". Und sie nennen Gründe.

Beer betont, dass er die Belastbarkeit der Zahlen für Sanierung und Neubau anzweifelt. Würden sie doch nicht berücksichtigen, dass erstens unter dem Sportplatz, dem potenziellen Baugrund, Altlasten lauern und zweitens das Schulgebäude laut Gutachten existenziell nicht gefährdet sei. "Der Neubau ist also nicht wirtschaftlicher als die Sanierung."

"Ich will den Sportplatz nicht verlieren", schildert Blum seine Beweggründe für das Nein zum Neubau. Und der Sportplatz der DJK als Ausweichplatz müsse erst hergerichtet werden, meint Lukas. Es fehle dort etwa an Gebäuden und Duschen für die vielen Schüler. Blum habe zudem das TÜV-Gutachten von einer Sanierung überzeugt, das besagt, das Gebäude der Realschule könne mit wenigen Instandhaltungsmaßnahmen die nächsten 25 Jahre bedenkenlos durchleben. "Und auch andere Schulen haben Missstände. Wir können deshalb nicht jede neu bauen. Sonst müssten wir mit der Pestalozzischule anfangen."

Zudem bringe ein Neubau der Realschulen auch Nachteile für die Schulen selbst, argumentiert Lukas. Konkret nennt er ein vermindertes Raumangebot, vermutlich die Aufhebung der Geschlechterteilung und die Beschränkung auf eine Verwaltung. "Wir vergleichen Äpfel mit Birnen. Natürlich ist es billiger, einen Wohnblock wegzureißen und ein Einfamilienhaus zu errichten."

500 000 Euro in Sachen Realschulen - wofür auch immer - stehen jedenfalls nach den Etatberatungen dieser Woche für 2018 im Haushalt. "Für diese fraktionsübergreifende Einigung sind wir dankbar, aber wir haben 1 Million gefordert", sagt Pausch. Wofür? "Um die Instandsetzung sofort durchzuführen." Am liebsten nach einem Dringlichkeitskonzept, das nach einer Ortsbegehung mit CSU, Baudezernenten und der Schulleitung erarbeitet wird, führt der CSU-Fraktionschef aus. Eines von einem Architekten ginge auch, koste aber wertvolle Zeit in der Diskussion, die die CSU bereits vor Jahren angestoßen habe. "Denn die Schulstadt Weiden ist uns wichtig", betonen die Schwarzen.

Deshalb ärgern sie sich darüber, dass trotz der für 2017 in den Haushalt eingesetzten Verpflichtungsermächtigung Pestalozzi- und Europaberufsschule aus dem Fokus geraten seien. Ein Bericht dazu folgt.

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