CSU-Personalpolitik Albert Rupprecht beklagt Ausbootung der Oberpfalz

Horst Seehofer hat in Berlin noch ein weiteres Spitzenamt für seine Partei herausgeschlagen. Er vermeidet so, dass ein Vertrauter das Nachsehen hat. Aber der CSU-Chef verärgert andere.

"Wieso die Oberbayern zwei Kabinettsposten bekommen und der zweitgrößte CSU-Bezirksverband wieder vollkommen leer ausgeht, müssen sie die beiden Oberbayern Horst Seehofer und Alexander Dobrindt fragen, die das entschieden haben." Zitat: Albert Rupprecht (CSU)
von Alexander Pausch Kontakt Profil

München/Weiden. (dpa/paa) Nach dem Ja der SPD zur Großen Koalition hat CSU-Chef Horst Seehofer die künftigen CSU-Bundesminister benannt und seinen Rücktritt als Ministerpräsident für den 13. März angekündigt. Der bisherige CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer wird Verkehrsminister, Entwicklungsminister bleibt Gerd Müller, Staatsministerin im Kanzleramt für Digitalisierung wird Dorothee Bär. Das gab Seehofer am Montag in einer CSU-Vorstandssitzung in München bekannt. Er selbst wird Bundesminister für Innen, Bau und Heimat.

Die Nominierungen sorgen für Ärger in der Oberpfälzer CSU. "Wieso die Oberbayern zwei Kabinettsposten bekommen und der zweitgrößte CSU-Bezirksverband wieder vollkommen leer ausgeht, müssen sie die beiden Oberbayern Horst Seehofer und Alexander Dobrindt fragen, die das entschieden haben", antwortet der Weidener CSU-Bundestagsabgeordnete Albert Rupprecht auf Anfrage unserer Redaktion. Er verweist darauf, dass intern den Oberpfälzer bestätigt worden sei, sie seien ministrabel. Demnach habe es geheißen, die regional ausgewogene Verteilung sei "ein schlagendes Argument für die bisher vernachlässigte Oberpfalz". Offensichtlich hat sich Seehofer dafür entscheiden, das vierte Spitzenamt, das er in den vergangenen Tagen herausgeschlagen hatte, anders zu vergeben. Damit vermied der CSU-Chef, zwischen Scheuer, Müller und Bär auswählen zu müssen. Neue CSU-Staatssekretäre in der schwarz-roten Bundesregierung werden Thomas Silberhorn (Verteidigung) und Stephan Mayer (Innen/Bau/Heimat).

Wann Markus Söder im Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt werden soll, ist indes offen. Klar ist aber, dass dessen neues Kabinett vor Ostern stehen soll. "Jetzt ist der Weg frei für den geordneten Übergang in Bayern, auf den wir schon eine längere Zeit warten", sagte Söder. Neuer CSU-Generalsekretär wird der Landtagsabgeordnete Markus Blume. Er beerbt Scheuer, dessen Vize er bisher war. Sein neues Amt tritt Blume am 14. März an, dem Tag der Wahl Angela Merkels und der Vereidigung ihres Kabinetts. Kommentar, Seite 3

Wieso die Oberbayern zwei Kabinettsposten bekommen und der zweitgrößte CSU-Bezirksverband wieder vollkommen leer ausgeht, müssen sie die beiden Oberbayern Horst Seehofer und Alexander Dobrindt fragen, die das entschieden haben.Albert Rupprecht (CSU)

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