Der Traum von Berufsschuldirektor Weilhammer:
Fachschule für Medizintechnik

Josef Weilhammer, Direktor der Europa-Berufsschule Weiden. Archivbild: Hartl
Politik
Weiden in der Oberpfalz
16.04.2018
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Natürlich hätte Josef Weilhammer, Direktor der Europa-Berufsschule Weiden, den Ausbildungsbereich "Kaufmann/-frau im E-Commerce" gerne nach Weiden geholt. Doch das Kultusministerium vergab den Zuschlag jetzt an die Berufsschule Sulzbach-Rosenberg. Für Weilhammer kein Grund Trübsal zu blasen. Er ist ein fairer Verlierer und fühlt sich in gewisser Hinsicht trotzdem als Gewinner.

Die Europa-Berufsschule Weiden ist bei der E-Commerce-Ausbildung leer ausgegangen. Bedauern Sie das?

Weilhammer: Natürlich bedauere ich das. Aber ich habe von Anfang an gesagt: Wenn wir uns nicht bewerben, haben wir gar keine Chance. Wenn wir uns bewerben, müssen wir es auch akzeptieren, falls wir nicht zum Zug kommen. Schließlich stand von vornherein fest, es wird in jedem Regierungsbezirk nur ein Schulstandort entstehen. Also kann nur einer gewinnen. Da gehört es auch zum Anstand, meinem Kollegen Bernhard Kleierl zu gratulieren, dem Direktor des Beruflichen Schulzentrums Sulzbach-Rosenberg. In gewisser Hinsicht fühle ich mich aber auch als Gewinner.

Das müssen Sie uns erklären.

Ganz einfach. Wir hatten bei unserem Anliegen die Unterstützung der gesamten Region: Landräte, Oberbürgermeister, OTH, die beruflichen Schulen der Nordoberpfalz, Wirtschaftsbeirat und Wirtschaftsclub. Wir sind als nördliche Oberpfalz geschlossen aufgetreten. Und auf diesen Zusammenhalt bin ich stolz.

Können Sie sich vorstellen, warum Weiden leer ausgegangen ist?

Ich kenne den Grund nicht. Aber das ist wie in der freien Wirtschaft: Es gibt viele Bieter, aber nur einer erhält den Zuschlag. Das müssen wir akzeptieren. Danach geht's weiter. Wie heißt dieser schöne Spruch? Aufstehen, Krönchen richten, weitergehen.

Das heißt, Sie rechnen sich Chancen für einen anderen Fachbereich an Ihrer Schule aus?

Aktuell ist da momentan nichts. Aber ich träume immer noch von einer Technikerschule. Für Elektrotechnik gibt es die bereits in Weiherhammer, aber es gibt bisher nur eine für Medizintechnik in Bayern, und die ist in Ansbach. Für eine Schule für Medizintechnik hätten wir zu wenig Schüler. Deshalb wäre meine Idee, eine Schule für Metall- und für Medizintechnik zu kombinieren.

Die OTH in Weiden bietet ja ein Studium der Medizintechnik an.

Genau. Die OTH bietet die Ausbildung für Forschung und Entwicklung und wir könnten die Spezialisten für die Wartung und Instandhaltung ausbilden. Das wäre ideal. Ich denke, Medizintechnik ist die Zukunft und man darf doch auch noch träumen.
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