23.05.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Deutliche Forderungen der Bürger bei SPD-Ortsbegehung auf TB-Gelände "Lasst die Finger vom Park"

Die Veränderungen auf dem Turnerbund-Gelände bewegen die Bürger im Hammerweg. SPD-Fraktionschef Roland Richter beruhigt. Eingriffe in den TB-Park plane niemand. Doch das ist nicht die einzige Sorge im Stadtteil, die mit der Neunutzung von Teilen des TB-Areals verbunden ist.

Um den Grünzug, vor allem aber um den Hammerweg-Park (hinten rechts) sorgen sich viele Bürger bei der SPD-Ortsbegehung. Bilder: Schönberger (2)
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Mehr als drei Dutzend Bürger kommen am Montagabend zur Ortsbesichtigung. Richter kann dazu drei Viertel der SPD-Fraktion begrüßen. Auch Stadtrat Philipp Beyer von der Bürgerliste ist dabei. Sie alle interessieren sich für die Neunutzung der rund 33 000 Quadratmeter, die die Stadt vom Turnerbund erwirbt. Vor allem aber treten sie für den Erhalt ihres Hammerweg-Parks mit seinen uralten Kastanien und großen Bäumen ein.

Und: Auch eine fünfgeschossige Bebauung, die in der Visualisierung eines Privat-Investors zu sehen war, betrachten sie als viel zu massiv und deshalb nicht angebracht. Sie sehen sogar die Gefahr einer Ghettobildung. "Wer will, wer soll denn dort wohnen", fragt Nicole Merbald. Dicke Fragezeichen setzen die Bürger auch hinter die nötige Erschließung. Sie votieren für eine direkte Anbindung an die Bundesstraße 22. Doch die ist mit hoher Wahrscheinlichkeit unmöglich. Führt die Straße durch das Gelände, müssen, so die Befürchtung, weitere Bäume aus der allee-artigen Bepflanzung fallen.

Besser als in Rothenstadt

Dem SPD-Fraktionschef gelingt es schnell, die Emotionen "einzufangen", so dass ein sehr informativer Rundgang über das TB-Gelände, die "perfekte Kulisse für ein neues Baugebiet", so Richter, möglich ist. Die Bäume sind wirklich beeindruckend. Die Sorgen der Bürger sind darum nachvollziehbar. Nicole Merbald spricht sich ebenso wie zum Beispiel Josef Lingl, Irmi Eckl-Schönig und Sabine Maunz für den Erhalt der Bäume aus. "Macht es besser als in Rothenstadt. Lasst die Finger vom Hammerweg-Park", fordert Merbald.

Richter betont, dass niemand Lust verspüre, ohne Not Bäume wegzumachen. Bürgermeister Jens Meyer versichert sogar, dass es zu keinen Einschnitten in den Hammerweg-Park komme. Wie Richter betont auch er, dass die Grünzüge in der Stadt "hohen Wert und große Bedeutung" hätten. Es mache Sinn, den Hammerweg-Park bei den künftigen Bebauungsplanungen zu einer Tabuzone zu erklären. "Mit mir gibt es keine Bebauung des Parks." Aber niemand könne versprechen, dass auf dem TB-Areal kein Baum falle. "Eine Erschließung muss rein", erklärt Jens Meyer.

Wie geht es weiter?

Die Stadt gehe davon aus, dass mit der Wahrnehmung ihres Vorkaufsrechtes das Grundstück ihr gehöre - unabhängig von den noch zu klärenden Irritationen, unterstreicht Richter. Nun würde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben und ein städtebaulicher Wettbewerb geplant. Die Ziele und Wünsche gebe dabei der Stadtrat vor. Hildegard Ziegler, stellvertretende Frakionschefin und Sprecherin der SPD im Bauausschuss, unterstreicht, dass die vom Investor erarbeitete fünfgeschossige Bebauung, die auf das Gefüge im Hammerweg keine Rücksicht genommen habe, vom Tisch sei.

Stadtrat Florian Graf erinnert daran, dass die Stadt dringend Wohnungen benötige. Die Stadt kaufe das Areal, "um die Hand drauf zu haben" und die Fläche entsprechend den Notwendigkeiten zu entwickeln. "Wann stehen die Baukräne", will Siggi Götz wissen. Dazu Richter: "Wir wollen das Grundstück nicht liegen lassen. Wir haben Geld investiert und werden Geld investieren."

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