14.02.2018 - 22:04 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Deutscher Gewerkschaftsbund sieht viele Probleme "Arbeitszeit muss sich ändern"

Lehrermangel, Gewalt gegen Polizisten, flexible Arbeitszeiten. Die Themen des DGB sind bunt. Was die Gewerkschaften gerade am meisten beschäftigt, sind Betriebsratswahlen.

DGB-Regionsgeschäftsführer Christian Dietl.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

"Wir sind Teil des Establishments und wollen diesem immer wieder einen Spiegel vorhalten", sagt Christian Dietl, Regionsgeschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in der Oberpfalz. Dem kamen die Vertreter der verschiedenen Gewerkschaften bei ihrer Jahrespressekonferenz am Aschermittwoch in Weiden nach. Sie sprachen viele Probleme an.

Gewalt gegen Polizisten ist seit sieben Jahren ein Thema für die Gewerkschaft der Polizei. "Sie werden angegriffen, weil sie Polizisten sind", sagt Heinrich Rewitzer von der Gewerkschaft der Polizei. Doch die Beamten könnten nicht flüchten, es sei ihre Aufgabe, ihre Arbeit - zum Beispiel, Streit zwischen Betrunkenen zu schlichten. Diese bespuckten die Beamten, beschimpften sie und griffen sie an, erzählt der Polizist. Aber auch Lehrer, Rettungskräfte und Feuerwehrleuten erginge es so. Meistens seien die Angreifer junge Männer bis 30 Jahre, die Alkohol getrunken oder Drogen genommen haben. Rewitzer erlebe, dass Geldstrafen, die Täter in diesen Fällen oft bezahlen müssen, keine Spuren hinterlassen. "Ich habe eine Bitte an die Justiz, hier restriktiver vorzugehen."

Um dem Lehrermangel an Grund-, Mittel- und Förderschulen entgegenzuwirken, fordert Anna Forster die gleiche Bezahlung für alle Schularten. Die stellvertretende Bezirksvorsitzende der GEW berichtet, dass viele Realschul- und Gymnasiallehrer nach ihrer Ausbildung eine Zusatzqualifikation für die Grund- oder Mittelschule erwerben, um auch dort unterrichten zu dürfen. Der Grund: Für Realschulen und Gymnasien gibt es einen Lehrerüberschuss; dort ist aber auch das Gehalt höher.

Die Betriebsratswahlen im Frühjahr bestimmen die Arbeit der Gewerkschaften. "Mit der Digitalisierung müssen Beschäftigte zunehmend mehr Verantwortung tragen, wann, wo und wie sie arbeiten, also brauchen sie auch mehr und bessere Rechte für den Arbeitsalltag. Und sie brauchen Betriebsräte, die sich dafür einsetzen, dass diese Rechte auch umgesetzt werden", findet Dietl. Er hofft auf eine hohe Wahlbeteiligung. Die Wahlen enden im Mai.

"Wir sind hochzufrieden", sagt Horst Ott, Bevollmächtigter der IG Metall Amberg, über das kürzlich erreichte Tarifergebnis der IG Metall . Nicht die Höhe des Lohns (4,3 Prozent mehr), sondern die "intelligente Flexibilisierung" (28-Stunden-Woche ohne Entgeltausgleich) sei ausschlaggebend. Wenn einige Mitarbeiter diese in Anspruch nehmen, können andere ihre Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche aufstocken. Diese Errungenschaft sei jedoch nicht nur für Metallarbeiter interessant, findet Dietl. "Alle Gewerkschaften interessiert das", berichtet er. "Wenn sich Arbeit verändert, muss sich auch die Arbeitszeit ändern", findet Ott. Dem stimmt auch Hartmuth Baumann, Bezirksleiter der IG Bergbau, Chemie, Energie, zu. In unterschiedlicher Weise dürften flexibel gestaltete Arbeitszeiten künftig in vielen Tarifen berücksichtigt werden, schätzt Dietl.

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