28.12.2017 - 15:36 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Die unfallträchtigsten Kreuzungen Weidens Wo es häufig kracht

Es ist die seltsamste Kreuzung in Weiden. Es gibt zwar Ampeln, aber nicht für alle. Und so bereitet die Einmündung der Georg-Stöckel- in die Dr.-Kilian-Straße der Verkehrspolizei große Sorge. Es gibt zu viele Unfälle. Oder plötzlich doch nicht mehr?

Zu den gefährlichsten Kreuzungen Weidens zählen zuvorderst auch Frauenrichter-/Bahnhofstraße (links) und Rotkreuzplatz/Gabelsberger Straße.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Ein Blick zurück ins Jahr 2013. An der Ausfahrt aus dem Gewerbegebiet Am Forst kommt es zu sieben schwerwiegenden Unfällen. Die Bilanz: Drei Leichtverletzte, ein Schwerverletzter, 41 000 Euro Sachschaden. Um den Unfallhäufungspunkt zu entschärfen, wird ein Jahr später eine Lückenampel installiert. Dabei löst der Wartepflichtige in der Stöckelstraße über eine Induktionsschleife nach etwa 30 Sekunden in der bevorrechtigten Kilianstraße ein Rotlicht aus. Er selbst blickt nicht auf ein Ampelsignal.

Laut Polizeihauptkommissar Hans Wurm ist die häufigste Unfallursache, dass wartende Linksabbieger in der Kilianstraße bei vereinzelten Wartepflichtigen in der Stöckelstraße den Eindruck erwecken, die Lückenampel habe bereits auf Rot geschaltet und sie hätten freie Fahrt. Die Installation hat dann aber nicht viel gebracht. 2015 und 2016 kam es erneut zu jeweils fünf Unfällen mit zwei Leicht- und zwei Schwerverletzten sowie Sachschäden von 26 000 und 33 500 Euro. Weitere Maßnahmen der Polizei waren Geschwindigkeitskontrollen (Tempo 50). Acht Kontrollen bei 5682 Fahrzeugen ergaben eine Beanstandungsquote von 2,76 Prozent. Ein Fahrzeug wurde mit 92 Stundenkilometern gemessen.

Letztlich kommt die Polizei zu dem Schluss, dass nur eine vollständige Lichtzeichenregelung mit Einbau von Abbiegespuren die Kreuzung wirksam entschärfen würde. Ihre Empfehlung lautet trotzdem, die weitere Entwicklung abzuwarten. Grund: In den ersten neun Monaten dieses Jahres ist nur ein relevanter Unfall registriert worden.

In der Unfallstatistik, die im Hauptverwaltungsausschuss vorgestellt wurde, listet Hauptkommissar Wurm neun weitere Kreuzungen auf, an denen es häufiger kracht als anderswo.

  • Frauenrichter-/Bahnhofstraße, 6 Unfälle, 1 Schwer- und 2 Leichtverletzte.
  • Süd-Ost-Tangente/Moosbürgerstraße, 5 Unfälle, 3 Leichtverletzte.
  • Regensburger/Nikolaus-Otto-Straße, 5 Unfälle, 3 Leichtverletzte.
  • Rotkreuzplatz/Gabelsbergerstraße, 5 Unfälle, 5 Leichtverletzte.
  • Nikolai-/Hermannstraße, 4 Unfälle, 3 Leichtverletzte.
  • Weigel-/Hochstraße, 4 Unfälle, 3 Leichtverletzte.
  • Brenner-Schäffer-/Dr.-Pfleger-Straße, 4 Unfälle
  • Süd-Ost-Tangente/Auffahrt A 93 Richtung Hof, 5 Unfälle, 2 Leichtverletzte.
  • B 470/Auffahrt A 93 Richtung Regensburg, 4 Unfälle, 7 Leichtverletzte

In der Diskussion sprach Philipp Beyer (Bürgerliste) die zu hohen Geschwindigkeiten als Unfallursache an. Hauptkommissar Wurm verwies allerdings auf lediglich 29 Fälle. "Bei über 1700 Verkehrsunfällen stellen diese überhaupt kein Problem dar." Hans Forster (CSU) warnte vor der weiteren Zunahme von Radunfällen (2016 von 70 auf 75) , auch angesichts der Zunahme von E-Bikes. Diese spielten keine Rolle, erwiderte Wurm. Im vergangenen Jahr war ein Bike beteiligt, heuer waren es zwei. Und zu den Radunfällen: Hier verweist Wurm auf das aktuelle Jahr 2017 und einen auffallenden Rückgang von 75 auf unter 60. "Wir haben aber auch viel kontrolliert." In diesem Zusammenhang meinte Gisela Helgath, die Akzeptanz von neuen Radwegen sei auch eine Sache der Gewöhnung. "Ich kann die Klagen nicht mehr hören."

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