Digitalisierung in den Schulen nötig - aber wer bezahlt?
Kreidezeitalter muss enden

Weit über 350 000 Euro gibt die Stadt jährlich für den Unterhalt der 34 Kinderspiel-, 17 Kleinkinderspiel- und zehn Bolzplätze aus. Auf Antrag der Grünen teilte Bau- und Planungsdezernent Oliver Seidel im Stadtrat mit, dass derzeit im Zuge der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes der künftige Bedarf ermittelt und dann auch im Flächennutzungsplan dargestellt werde. Bild: Wilck
Politik
Weiden in der Oberpfalz
30.03.2018
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Die Stadt will klotzen, nicht kleckern. Und doch geht's mit der Digitalisierung in den Schulen nicht voran. Es fehlt ein einheitliches Konzept in Bayern ebenso wie die Anschubfinanzierung, gesteht Dezernent Reiner Leibl im Stadtrat.

Während SPD-Fraktionsvorsitzender Roland Richter, selbst Lehrer, fordert, dass das Kreidezeitalter im Unterricht zu Ende gehen müsse und die Digitalisierung mehr als ein Gebot der Stunde sei, räumt Leibl ein, dass "Kreide und Tafel, Stift und Papier" immer noch das "Mittel der Wahl" im Unterricht seien. "Man muss unzufrieden sein, wie sich der Staat engagiert", meint Leibl.

Enttäuscht zeigt sich auch Roland Richter. Die Digitalisierung der Schulen sein offenbar nur ein Schlagwort im Bundestagswahlkampf gewesen. Die Kinder müssten in einer digital dominierten Welt in der Digitalisierung fit sein. Nur so sei die gesellschaftliche Teilhabe aller garantiert. Richter unterstrich zugleich, dass die Kommunen als Sachaufwandsträger die Aufgabe nicht leisten könnten.

"Es darf nicht sein, dass die Bildung unserer Kinder von der Finanzkraft ihrer Kommune abhängt." Das Konnexitätsprinzip müsse greifen", forderte Richter das Engagement von Bund und Land ein. Es seien hohe Investitionen in Hard- und Software, vor allem aber auch die Betreuung nötig. "Das kann kein ehrenamtlicher Lehrer machen. Dazu brauchen wir ausgewiesene Fachleute und die muss auch jemand bezahlen. Es ist klar, dass bei uns Eigenleistung hängen bleibt. Aber wir sind nicht in der Lage, die ganzen Kosten zu tragen. Wir müssen gemeinsam unsere Interessen gegenüber den höheren Stellen durchsetzen." Die Digitalisierung bringe einen massiven Wandel der Fächer- und Unterrichtskultur.

Geld gibt's aus dem Kommunalinvestitionsprogramm: Auf Antrag der Bürgerliste berichtete Stadtkämmerin Cornelia Taubmann, dass Weiden 900 000 Euro erhalte und zwar für die energetische Fassadensanierung (844 900 Euro) und den behindertengerechten Ausbau (166 600 Euro) der Rehbühlschule.


Schwer enttäuscht zeigte sich Theo Klotz, dass der Stadtrat den Antrag der Bürgerliste, an Samstagen kostenlose Stadtbusse anzubieten, ablehnt. "Kein Wort über die Chancen, das Image der Stadt aufzubessern, kein Wort zu den umweltpolitischen Signalen, kein Wille zur positiven Lösung." Durch eine Kofinanzierung mit dem Einzelhandel sowie dem Nordoberpfalz-Center hätte die Stadt einen Marketing-Gag machen können. "Das war vor 30 Jahren mal ein Antrag der JU", erinnerte sich Hans Blum (CSU). Das Problem sei aber damals wie heute: "Wer bezahlt's?"

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