28.02.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Diskussion um Zukunft der Friedhöfe Viel Trubel um Grabstätten

Die Zukunft der Friedhöfe bewegt den Stadtrat derzeit wie kaum ein zweites Thema. Nach Diskussionen in verschiedenen Ausschüssen und im Plenum ist jetzt erneut der Finanzausschuss an der Reihe.

Auch in Bereichen mit vielen Gräbern tun sich im Stadtfriedhof immer mehr Lücken auf. Insgesamt ist fast die Hälfte nicht belegt. Bild: gsb
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Dazu hatte die Weidener Stadtverwaltung einen ausführlichen Sachstandsbericht erarbeitet, der unter anderem deutlich machte, dass die Gebühren für Beisetzungen in Amberg in etwa doppelt so teuer sind wie in Weiden ("Der neue Tag" berichtete).

Sowohl SPD-Fraktionschef Roland Richter als auch dessen CSU-Kollege Wolfgang Pausch betonten, der Bericht habe dankenswerterweise deutlich gemacht, dass die Gebühren in Weiden eben nicht zu teuer seien, wie von Vertretern der Bürgerliste behauptet. Diese Äußerungen seien nicht untermauert und nicht solide gewesen, sagte Pausch. Richter kündigte einen großen Antrag der SPD zum Thema Friedhof an, sprach sich für eine Arbeitsgruppe aus, zu der auch Bestatter und Gärtner hinzugezogen werden sollten.

Pausch verwies darauf, dass es in Weiden inzwischen 47 Prozent Grabreserven gebe. Der bayernweite Durchschnitt betrage nur 30 Prozent. Deshalb sollte man den parkähnlichen Charakter von 10 auf 25 Prozent ausbauen. Damit könnten die Gebühren mindestens um rund 130 000 Euro gesenkt werden, weil sie im städtischen Haushalt an anderer Stelle verrechnet werden. Sehr gute Voraussetzungen sieht der Fraktionschef auch am Waldfriedhof, um dort auf einem Teil des Areals einen Naturfriedhof auszuweisen.

Stadtkämmerin Cornelia Taubmann sprach von einem schwierigen und langfristigen Projekt. Umgesetzt werden könnten die Ideen nur, wenn Gräber aufgelöst und entwidmet würden. Dies ist bisher nicht erfolgt, da die freien Grabstätten im Stadtfriedhof über die gesamte Fläche verteilt sind und im Waldfriedhof die Flächen noch für Urnengräber vorgehalten werden. Nicht bestätigen kann die Verwaltung Aussagen von Stadträten, dass Urnenwände nicht mehr gewünscht würden. Im Stadtfriedhof seien 768 Nischen für je 2 Urnen und im Waldfriedhof 409 solcher Nischen vorhanden. Im vergangenen Jahr wurden auf dem Stadtfriedhof 44 und auf dem Waldfriedhof 29 Urnen in Nischen beigesetzt.

Interessant: Es gibt auch anonyme Bestattungen. Dazu sind am Stadtfriedhof eigens Flächen ausgewiesen. Am Waldfriedhof besteht die Möglichkeit sich in vorhandenen Grabfeldern anonym bestatten zu lassen. Bei anonymen Bestattungen entfallen grundsätzlich die Aufstellung eines Gedenksteins und die Grabpflege. Schließlich wurde bereits im Mai vor 17 Jahren am Waldfriedhof ein Gräberfeld für Bestattungen nach islamischem Ritus ausgewiesen. Allerdings fanden seitdem nur fünf Beisetzungen statt. Ausschlaggebend für die niedrige Zahl ist einerseits die Sargpflicht in Bayern, die erst im Dezember vom Landtag wieder bestätigt worden ist, und andererseits der Wunsch der Verstorbenen, im Heimatland beigesetzt zu werden.

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