28.03.2018 - 20:10 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Durchschnittlich 44 Fehltage jährlich - Stadtrat in Sorge Putzpersonal krank

(wd) Wie wirtschaftlich ist der städtische Putzdienst? Die Bürgerliste wollen den Kostenvergleich, zumindest teilweise öffentlich ausschreiben, um Arbeitsspitzen abzufedern. Mit dem im Stadtrat vorgelegen Zahlen, in denen der städtische Putzdienst als kostengünstiger dargestellt wurde, konnten Fraktionssprecher Christian Deglmann und Stadtrat Stefan Rank "wenig anfangen".

130 Putzkräfte bei der Stadt erledigen einen Knochenjob. Bild: Wilck
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Überrascht zeigte sich Deglmann jedoch vom - mit durchschnittlich 44 Tagen - hohen Krankenstand. Zusammen mit dem Urlaub fehlten die Reinigungskräfte statistisch ein Vierteljahr. Rank folgerte, der hohe Krankenstand lasse auch Rückschlüsse zu, dass die Arbeit bei der Stadt keinen Spaß mache. "Wir sehen diesen Krankenstand als Missstand." CSU und SPD verwahrten sich jedoch gegen diese "einseitige Betrachtungsweise". Krankenstand und Urlaub zu vermischen - mein lieber Scholli", sagte dazu Hans-Jürgen Gmeiner (CSU). "Reden Sie mal mit einem Betriebsarzt!" Dennoch sprach sich Gmeiner dafür aus, die Krankheitsursachen zu prüfen. "Vielleicht können wir auch strukturell etwas für die Putzkräfte verbessern." Ebenso wie Wolfgang Pausch (CSU) und Roland Richter (SPD) gab auch Heiner Vierling quasi eine Ehrenerklärung für die Eigenreinigung ab. Das Putzpersonal leistete einen Knochenjob, sei sich auch für Zusatzarbeiten nicht zu schade. "Ihre Reinigungsleistung ist verdammt hoch." Zugleich zeigte sich Heiner Vierling (CSU) überzeugt, dass die Eigenreinigung auch die wirtschaftlichste Variante sei. "Die Stadt will und muss im Gegensatz zu privaten Diensten keine Gewinne erzielen." Richter dankte der CSU und Bürgermeister Lothar Höher, die aufgrund der Anmerkungen der Kommunalen Prüfer 2006/2007 den Reinigungsdienst neu organisiert hatten. "Wir mussten damals wegen der Scheinselbstständigkeit der Hausmeister, die den Putzdienst betreuten, sogar Strafe zahlen."

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