11.12.2017 - 19:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ehemaliges "Striegl-Grundstück" für Stadt sehr wichtig - Pläne für TB-Gelände Zwischenlager

Die künftige Nutzung des früheren TB-Geländes am Turnerweg ist in weiten Bereichen immer noch unklar. Klar, viele Wohnungen sollen dort entstehen, auch sozialer Wohnungsbau, aber was noch? Fünf Architekturbüros haben jetzt ihre Vorschläge eingereicht, die in nichtöffentlicher Sitzung des Bauausschusses vorgestellt wurden. Eine der Überlegungen soll nun präzisiert und in den nächsten Monaten zu einer Machbarkeitsstudie ausgearbeitet werden. Der Geltungsbereich umfasst dabei nicht nur das Turnerbund-Areal, sondern auch Flächen auf der Ostseite der B 22 sowie das benachbarte sogenannte "Striegl-Grundstück" bis hin zu den Sportflächen von SpVgg-SV,

Hier lagert alles Mögliche: Von Beton- und Asphaltausbruch über Erdaushub, Granitsteinen und Humus bis zu Christbäumen und Schneebergen. Ohne das ehemalige "Striegl-Grundstück" entlang der B 22 hätte die Stadt ein Problem. Gleichwertiger Ersatz ist nicht in Sicht. Bild: Schönberger
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Sollte das knapp zwei Hektar große Gelände überplant werden, hätte die Stadt ein Problem, wie die Verwaltung auf eine Anfrage der SPD-Fraktion mitteilte. Das privatstädtische Grundstück könnte nicht mehr als eigene Zwischenlagerfläche genutzt werden. Derzeit werden hier zumeist aus städtischen Baustellen Betonbruch, Erdaushub, Asphaltausbruch, Granitpflastersteine und Humus gelagert. Zeitweise finden sich auch Laubkompostierung, Christbäume sowie städtischer Baum- und Strauchschnitt. Selbst Schneeberge werden dort abgeladen.

Die Verwaltung verweist darauf, dass umfangreiche Neuerungen in der Gesetzgebung die Situation auf Baustellen grundsätzlich erschweren. Sämtliches Material, das im Verlauf einer Baustelle anfällt und nicht unbedenklich (begutachtet) vor Ort wieder eingebaut werden kann, stellt im Sinne der Gesetzgebung ab dem Verlassen der Baustelle Abfall dar. Es muss dann begutachtet (externes Institut) und je nach Ergebnis einer geordneten Wiederverwendung oder Verwertung/Entsorgung zugeführt werden.

Und hier dient das Striegl-Grundstück als logistisch wichtige zentrale Zwischenlagerfläche. Das Material wird zentral beprobt, die Baustelle im Bauablauf nicht gestört. Hohe Gutachter-, Transport- und Lagerkosten können vermieden werden. Sollte das Striegl-Grundstück neu genutzt werden, ohne gleichwertigen Ersatz zu schaffen, so warnt die Verwaltung, dass dann bei jeder städtischen Baumaßnahme mit solchen "Abfällen" mit nicht unerheblichen Mehrkosten, erschwertem Bauablauf und Behinderungen sowie längeren Bauzeiten zu rechnen sei.

Derzeit sind keine möglichen neuen Standorte im Stadtgebiet oder in Stadtnähe bekannt. Auch Überlegungen in Richtung interkommunaler Deponie werden nicht angestellt.

Kosten unklar

Ob die Stadt Einnahmen aus der Nutzung des "Striegl-Grundstücks" erhält, wollte die SPD wissen. Tatsächlich spülte die Zwischenlagerfläche entlang der B 22 von 2015 bis heute 2160 Euro in die städtischen Kassen. Stadtrat und Bauunternehmer Karl-Heinz Schell kam der Betrag bekannt vor. "Genau den habe ich bezahlt", sagte er im Bauausschuss. Aber: "Andere lagern dort auch." Jetzt sei er umso gespannter, was die anderen Nutzer so bezahlen. Kurzfristig konnte ihm Baudezernent Oliver Seidel keine Antwort geben. Die Frage muss deshalb bis Anfang Februar 2018 zwischengelagert werden. (vok)

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