01.03.2017 - 21:46 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ein bisschen Attacke auf die CSU und viel Lob für sich selbst beim Aschermittwoch der SPD Schwarze Buße, roter Stolz

Den Karpfen gibt's auf Wunsch blau. Ansonsten ist am Aschermittwoch im Lehnersaal aber fast alles rosig rot: Die SPD beschwört derart selbstbewusst ihre Erfolge in Weiden, dass kaum Zeit bleibt, die kommunalpolitische Konkurrenz abzuwatschen. Nur die CSU darf sich ein bisschen schwarzärgern.

Glänzend gelaunt präsentierten sich die Weidener Genossen beim Politischen Aschermittwoch. Gründe dafür lieferte ihnen Fraktionschef Roland Richter (links), der vor allem Erfolge der SPD betonte. Bild: Schönberger
von Franz Kurz Kontakt Profil

Zurück an alter Haudraufstätte: Zum Politischen Aschermittwoch sammeln sich die Genossen diesmal wieder im Lehnersaal, wie so oft vor der Runderneuerung der Gaststätte. Sie sind also "zurück in Rothenstadt, einer der roten Hochburgen" in Weiden, hält Fraktionschef Roland Richter fest. Und wie das mit Hochburgen so ist: Von dort lässt es sich wunderbar auf die politische Konkurrenz herunterblicken.

Eher Trump als Pausch

Aber was heißt schon Konkurrenz? Richter erwähnt noch nicht einmal die Namen der anderen Fraktionen im Stadtrat. Einzige Ausnahme: die CSU, der er an einem Tag wie diesem Buße nahelegt: Sie solle sich ein - selbstredend schwarzes - Aschekreuz auf die Stirn zeichnen lassen.

Warum? Wegen all ihrer Laster. Da wäre zum Beispiel "schwarzer Hochmut" vor der Kommunalwahl. Stärkste Fraktion hätten die Christsozialen werden wollen. Und Spitzenkandidat Wolfgang Pausch - der "kleine Wolfgang hat sich schon präsentiert wie ein Oberbürgermeister". Bekanntlich kam es etwas anders. Oder, wie es Richter formuliert: "Eher wird Donald Trump Frauenbeauftragter bei Greenpeace als Pausch OB dieser Stadt." Apropos Trump: "Die CSU hat im Wahlkampf auch falsch Zeugnis abgelegt." Sozusagen "alternative Fakten geschaffen". Die Stadt stehe vor der Zwangsverwaltung, habe es geheißen. Von wegen. Zuletzt habe Weiden die Verschuldung um sechs Millionen Euro zurückgefahren.

Aber vielleicht sei es ja auch Neid, der die CSU treibe - noch so ein Laster: Die Christsozialen hätten auf Wahlplakaten Stillstand beklagt. "Das schönste Sinnbild für die Hilflosigkeit dieser Neid-Kampagne war der Plakatständer vor dem riesigen Neubau der FOS/BOS. Während die CSU plakatiert hat, haben wir an der Zukunft der Stadt gearbeitet."

Und damit ist Richter schon bei seinem Lieblingsthema für diesen Abend: Schwarzem Hochmut setzt er - selbstverständlich völlig berechtigten - roten Stolz entgegen. Statt weiter Attacken zu reiten, zählt er unter dem Beifall der rund 130 Gäste zum größten Teil in seiner Rede lieber auf, was die SPD so alles zum Wohl der Bürger mitverantwortet habe. Das Einkaufszentrum natürlich. Mehr Kinderbetreuung und mehr Arbeitsplätze. Oder das neue Gewerbegebiet: "Die Investoren warten schon." Weiden sei als Wirtschaftsstandort "great again". Auch "Menschlichkeit und Solidarität" zeichneten die Stadt unter OB Kurt Seggewiß aus. So habe Weiden die Ankunft der Flüchtlinge gemeistert. Und so sei es auch richtig, jetzt gegen Abschiebungen von Menschen einzutreten, die in den Arbeitsmarkt integriert seien.

Für Europa, gegen Mauern

Damit landet Richter schließlich bei der Politik jenseits der Stadtgrenzen. Die sei "in diesen Zeiten" umso bedeutender. Man müsse sich einsetzen für Europa, gegen Mauern und für Presse- und Meinungsfreiheit. Wie, das weiß Richter natürlich auch - durch ein starkes Bundestagswahlergebnis der SPD.

Ein Anliegen, das Uli Grötsch durchaus teilt. Der Bundestagsabgeordnete gibt den Einpeitscher für den Wahlkampf. Und sprüht dank des jüngsten Umfragehochs vor Optimismus: "Wir treten an, um stärkste Kraft zu werden." (Bericht folgt)

"Keine Schulen schließen"

Manchmal gibt's auch Applaus dafür, dass man nichts macht. Roland Richter zum Beispiel bekommt ihn für sein Versprechen, "wir werden in Weiden keine Grundschule schließen". Anderswo wolle er aber durchaus anpacken: "Es wird Zeit, bei der Realschule die Weichen endlich auf Neubau zu stellen." Das Beispiel FOS/BOS zeige, wie erfolgreich so etwas sein könne. Eine weitere Aufgabe sei die Gestaltung des TB-Geländes: "Wir haben die Chance, sozialen Wohnungsbau, sozialdemokratisches Instrumentarium par excellence, zu realisieren." Und dann sei da noch ein großes Ziel für die Zeit bis zur nächsten Kommunalwahl: "diese Stadt fahrradfreundlicher gestalten". Hier, das räumt Richter ein, gebe es durchaus noch viel zu tun. Unter anderem müsse "aus den vielen Radwegen in Weiden ein Netz werden". (fku)

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