Einsparungen beim Stromverbrauch lassen noch zu wünschen übrig
Durchwachsene Bilanz

Witzlricht (Amberg-Sulzbach) hat's, Weiden nicht: Windkraft. Bild: upl
Politik
Weiden in der Oberpfalz
09.12.2016
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Die Stadt Weiden hat jüngst im Hauptverwaltungsausschuss eine neue CO2 -Bilanz bis ins Jahr 2015 vorgelegt. Danach betrug die jährliche Einsparung an klimaschädlichen Kohlendioxid zuletzt 13 104 Tonnen. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2010, als die Einsparung 6277 Tonnen ausgemacht hat.

In einem Ausblick kündigte stellvertretende Rechtsamtsleiterin Nicole Hammerl an, dass die Photovoltaik aufgrund niedriger Einspeisevergütungen und einer gewissen Sättigung in den nächsten Jahren stagnieren werde. Auch die sonstigen regenerativen Energien lassen nur geringe Steigerungen zu. Das Staatsgut Almesbach hat 2015 eine Biogasanlage mit 75 kW in Betrieb genommen und speist ins Netz ein. Nennenswerte Einspeisemengen würde die Windkraft bringen. Dazu müssten im Regionalplan erst einmal geeignete und leistungsfähige Standorte ausgewiesen werden.

Im vergangenen Jahr sind in Weiden 260 Gigawattstunden Strom (260 Millionen Kilowattstunden) verbraucht worden, der niedrigste Wert in den vergangenen elf Jahren. Der höchste Verbrauch war 2008 mit 290 GWh. In dem Zeitraum nahm die eingespeiste erneuerbare Energie von 2,1 GWh auf 28,4 GWh zu. Der Anteil am Stromverbrauch lag damit bei 10,9 Prozent. 35 Prozent des Ausbauziels von 77 GWh im Jahr 2050 (laut Energie-Leitfaden der Stadt) sind erreicht.

Bei der Zahl der Anlagen, die erneuerbare Energien erzeugen, dominiert weiterhin die Photovoltaik mit 978 (946 im Jahr 2014) und einer Einspeisemenge von 22 088 Megawattstunden (20 893). 36 (34) Blockheizkraftwerke liefern 9025 (7452) MWh. 4 (4) Biomasseanlagen steuern 5412 (4821) MWh bei. Gleichgeblieben ist auch die Zahl der Wasserkraft- (3) und der Klärgasanlagen (1). Sie erzeugen 746 (750) beziehungsweise 112 (126) MWh.

Die Entwicklung beim Stromverbrauch verläuft für den Geschäftsführer des ETZ (Energietechnologisches Zentrum) enttäuschend. 260 Gigawattstunden im vergangenen Jahr seien fast soviel wie im Jahr 2005 (265 GWh). Matthias Rösch verweist auf das Zwischenziel 2020 im Energieleitfaden der Stadt, der 2009 aufgestellt wurde. Dann soll der Stromverbrauch auf 211 GWh gesunken sein, im Jahr 2050 dann auf 134. Ehrgeizige Ziele.

Gisela Helgath (Grüne) hat bei der Gelegenheit darauf hingewiesen, dass 65 Prozent des Stroms von der Industrie verbraucht werden. 22 Prozent fallen auf Haushalte, 10 Prozent auf Gewerbe, 2 Prozent auf Elektroheizung/Wärmepumpen und 1 Prozent Straßenbeleuchtung.
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 13.12.2016 | 00:42  
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